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Ärger mit dem Hundekot

Viele Hundebesitzer beschweren sich über zu wenig Mülleimer für die Kotbeutel. Einer von ihnen hat daher eine Petition gestartet.

© Sven Ellger

Von Sarah Grundmann

Jeden Tag geht Fabian Rönsch mit seiner Schäferhündin Zora am Inneren Neustädter Friedhof in der Friedensstraße vorbei. Denn der Heilerziehungspfleger wohnt mit seinem Haustier im Hechtviertel. Bei ihren Spaziergängen ist ihm aufgefallen, dass an der Mauer reihenweise Kotbeutel liegen. „Immer wieder beobachte ich dort, dass die Hundehalter die Haufen zwar aufnehmen, aber die Beutel dann in die Natur werfen“, sagt der 35-Jährige verärgert. Er selber beseitigt die Haufen seiner vierjährigen Hündin immer und entsorgt sie danach auch ordentlich. „Wenn überall die Beutel rumliegen, finde ich das einfach eklig“, so Rönsch. „Trotzdem kann ich auch die Hundehalter verstehen. Denn im Hechtviertel gibt es einfach zu wenig geeignete Entsorgungsmöglichkeiten.“ Deshalb hat der Dresdner eine Petition gestartet. Darin fordert er die Stadt auf, dort für mehr Hundetoiletten zu sorgen.

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„Die Errichtung und Betreibung dieser ist eine freiwillige städtische Leistung. Eigentlich sind sie nicht notwendig, weil jeder öffentliche Papierkorb für die Entsorgung des Hundekots benutzt werden kann“, erklärt Stadtsprecherin Anke Hoffmann. Das hält Rönsch aber für unangebracht. „Ich finde die offenen Mülleimer unhygienisch“, erklärt er. „Außerdem können die Haufen darin auch ganz schön stinken.“ Daher wünscht er sich mehr spezielle Hundetoiletten, bei denen der Eimer geschlossen ist. Einfache, offene Papierkörbe gibt es in der Neustadt reichlich. Die Stadt hat dort 567 Stück aufgestellt. Doch von den speziellen Entsorgungsmöglichkeiten gibt es in dem Stadtteil nur 13. Wie viele es speziell im Hechtviertel sind, kann die Stadt nicht sagen. Mit seiner Petition will Rönsch erreichen, dass es bald mehr sind und dann weniger Haufen im Hecht liegen.

Die Unterschriftenliste hat der Hundehalter zunächst in den Geschäften in der Rudolf-Leonhard-Straße ausgelegt. „Das ist ja sozusagen der kleine Kiez des Hechtviertels“, erklärt er. „Ich dachte mir, dass ich auf diesem Weg die meisten Anwohner erreiche.“ Der Plan scheint aufgegangen zu sein. Denn innerhalb von drei Wochen hatte Rönsch 500 Unterschriften zusammen. „Die Resonanz, sowohl von Geschäftsinhabern als auch von Anwohnern, war immens groß“, sagt der Hundebesitzer freudig. Am Mittwoch wurde sein Anliegen im Petitionsausschuss besprochen und an die Stadtverwaltung weitergeleitet.

„Jetzt muss abgewartet werden, ob die ein Einsehen hat und mehr Hundetoiletten aufstellt“, so Torsten Schulze von den Grünen. „Wenn nicht, müssen wir schauen, was der nächste Schritt sein kann.“ In jedem Fall steht der Stadtrat hinter der Forderung. „Nicht nur für das Hechtviertel, sondern auch für das gesamte Ortsamtsgebiet Neustadt und sogar für die ganze Stadt Dresden ist das Thema Hundekot ein ganz großes Problem“, erklärt er. „Man muss für ausreichend Hundetoiletten sorgen und nicht nur die Schuld auf Halter abwälzen.“ In Dresden gebe es, auch im Vergleich zu anderen Städten, wenig Entsorgungsmöglichkeiten.

Für die 12 500 gemeldeten Hunde stehen in ganz Dresden 243 Hundetoiletten bereit – 79 davon sind städtisch. Der Unterhalt der Dresdner Hundebeutelspender kostet die Stadt jährlich etwa 60 000 Euro. Auch Hoffmann räumt ein, dass die Problematik Hundekot für alle Stadtgebiete wichtig sei. „Allerdings ist es die Pflicht des Hundehalters, ein geeignetes Gefäß für die Entsorgung der Haufen mit sich zu führen.“

Werden Hundebesitzer dabei erwischt, wie sie den Kot einfach liegen lassen, müssen sie 35 Euro Verwarngeld bezahlen. „Aber es ist allgemein sehr schwierig, die Hundeführer auf frischer Tat zu ertappen“, so Hoffmann. 2013 gelang dies 19-Mal und auch in diesem Jahr sind schon zwei Übeltäter erwischt worden. So ein Verhalten findet auch Rönsch nicht gut. „Jeder Besitzer sollte es sich leisten können Beutel zu besorgen“, sagt er. „Was ich bemängele, sind die schlechten Entsorgungsmöglichkeiten in Dresden – vor allem im Hechtviertel.“