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Riesa

Ärger mit der Biotonne

Riesaer beschweren sich, dass der Müll wiederholt stehen blieb. Der Entsorger entschuldigt sich.

Wenn die volle Biotonne tagelang auf dem Fußweg steht, ärgern sich die Kunden.
Wenn die volle Biotonne tagelang auf dem Fußweg steht, ärgern sich die Kunden. ©  Sebastian Schultz

Riesa. Gerade bei hohen Temperaturen ist es ärgerlich, wenn die Biotonne nicht wie geplant abgeholt wird, beschwert sich die Riesaer Steuerkanzlei Müller und Pomplun bei der Sächsischen Zeitung. Noch ärgerlicher sei es, wenn die Tonne nicht nur einen Tag, sondern gleich mehrere Tage am Straßenrand steht und anfängt, unangenehme Gerüche zu entwickeln. So sei es aber schon mehrfach passiert, heißt es aus der Steuerkanzlei. Zuletzt Anfang Juni.

Da sollte die Tonne mit dem braunen Deckel eigentlich bereits am Sonnabend, 1. Juni, von der Canitzer Straße abgeholt werden – tatsächlich stand sie aber bis zum darauffolgenden Dienstag, 4. Juni. Das bestätigt auch Thomas Schiefelbein, Geschäftsführer des zuständigen Entsorgungsunternehmens Remondis Elbe-Röder GmbH. 

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Der Grund sei die kurze Woche gewesen. Weil der Himmelfahrtstag Ende Mai ein Feiertag gewesen sei und die Fahrzeuge nicht ausgerückt sind, wurden die Touren am Samstag quasi nachgefahren. „Doch an diesem Tag ist ein Mitarbeiter ausgefallen“, sagt Thomas Schiefelbein. Deshalb sei die Canitzer Straße dann am Montag, 3. Juni, dran gewesen – „doch mitten in der Tour ist auch noch das Fahrzeug ausgefallen. Und das war eines der neueren.“ Deshalb wurden die Biotonnen letztlich erst am Dienstag, 4. Juni, geleert.

Wegen der ungeplanten Hindernisse entschuldigt sich Thomas Schiefelbein bei den Kunden. „Das hätte trotzdem nicht passieren dürfen“, so der Geschäftsführer, „da gab es bei uns ein Kommunikationsproblem.“ Denn obwohl die Leerung der Biotonne für die Kunden kostenlos sei, lege man gerade auf diese Dienstleistung viel Wert. „Normalerweise werden die ausgefallenen Touren zum nächstmöglichen Termin nachgefahren. Das Problem ist ja, dass es anfängt zu riechen – das passiert bei einer Papiertonne so natürlich nicht.“

Dass es grundsätzlich am Ende der Woche eng mit der Abholung der Biotonne wird, will Thomas Schiefelbein so aber nicht bestätigen. Er räumt allerdings Engpässe vor allem in jenen Wochen mit Feiertagen ein. Denn dann müssten die Kollegen samstags nachfahren. „Aber samstags sind ja auch die urlaubsfreundlichen Tage, an denen auch unsere Mitarbeiter gern freinehmen. Da ist die Personaldecke also etwas dünner als in der Woche. Wenn dann noch jemand ausfällt …“

Remondis ist mit seinen etwa 120 Mitarbeitern für die Müll-Entsorgung im Altkreis Riesa-Großenhain zuständig. Die Firma arbeitet dabei als Subunternehmer für das Unternehmen Knettenbrech und Gurdulic aus Wiesbaden, das wiederum den Auftrag für die Müllentsorgung im Landkreis Meißen vom Zweckverband Abfallwirtschaft Oberes Elbtal (ZAOE) übertragen bekommen hat. 

Der ZAOE hat bereits 2016 die kostenlose Biotonne eingeführt, die Kunden müssen lediglich eine jährliche Behältermiete von maximal 8,40 Euro zahlen. Der Grund dafür: Der ZAOE hatte im Kalkulationszeitraum 2012 bis 2016 rund zehn Millionen Euro Überschuss erzielt, darf als Verband aber keinen Gewinn machen. – Die aktuelle Kalkulationsperiode endet nun zwar erst 2021. 

Doch der Verband hatte gegenüber der SZ bereits erklärt, dass man nicht sicher sei, ob die Rechnung bis dahin aufgeht. Noch gibt es aber keinen neuen Beschluss, ob und wann die Leerung der Biotonne gebührenpflichtig wird, erklärte Olaf Müller vom ZAOE auf Nachfrage – der müsste auch erst von der Verbandsversammlung, zu der auch der Landkreis Meißen gehört, abgesegnet werden. (mit SZ/jö)