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Ärger mit geschenkter Straße

Ein Brückengeländer muss dringend repariert werden. Die Gemeinde will’s nicht machen, der Kreis auch nicht.

Von Heike Wendt

Es ist eine Frage der Sicherheit, findet Gemeinderat Hartmut Schräger (Die Grünen). „Wenn sich jemand am Holzgeländer festhält und es zerbricht, dann ist es zu spät“, sagt er. Das dürfe auf keinen Fall passieren. Gemeint ist die Absicherung an der Brücke über die Wesenitz in Lohmen. Zwischen den Sandsteinpfeilern sind Holzbalken angebracht. Deren Zustand bemängelt er. „Inzwischen wachsen schon Pilze aus dem Holz“, sagt Hartmut Schräger. Das zeige deutlich, dass die Holzteile nicht mehr stabil genug sind und dringend ausgewechselt werden müssen.

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Die Brücke gehört zur ehemaligen Kreisstraße. Vor drei Jahren nahm die Gemeinde Lohmen sie als Geschenk vom Landkreis in Empfang. Rund zwei Kilometer der ehemaligen Kreisstraße im Ortsteil Mühlsdorf wurden zur kommunalen Straße herabgestuft. Rund 120 Kilometer Straßen war der Landkreis auf diese Weise losgeworden. Zur Versüßung der Präsente aus Asphalt und Stein gab es Zusagen zur Behebung diverser Mängel. Doch die sind in Lohmen noch nicht komplett beseitigt. „Mit dem Kreis wurde eine Vereinbarung geschlossen“, sagt Bürgermeister Jörg Mildner (CDU). In der habe man festgelegt, welche Mängel der Landkreis an seiner bisherigen Straße noch beseitigt. Offen waren zu dem Zeitpunkt eine Brückenprüfung, ein Übersteigschutz sowie besagtes Geländer. Die ersten beiden Punkte sind erledigt. Das Geländer muss noch ausgebessert werden.

„Das haben wir mehrmals angemahnt“, sagt der Bürgermeister. Gemeinderat Schräger hatte auf den desolaten Zustand an der Brücke mehrmals öffentlich aufmerksam gemacht. Der Landkreis sieht sich jedoch nicht in der Pflicht. Die Straße sei an die Kommune übergeben, und damit habe der Landkreis keine Verpflichtungen mehr. Mit der Vereinbarung, die vor drei Jahren geschlossen wurde, sei alles geregelt. Ausstehende Leistungen, die der Landkreis zu erbringen habe, gebe es nicht, heißt es aus der Behörde. Weitere Arbeiten an der früheren Kreisstraße seisen weder vorgesehen noch geplant.

Das wiederum überrascht Lohmens Bürgermeister. „Davon weiß ich nichts“, sagt er. Nach seinem Kenntnisstand stehe die Reparatur noch auf der Agenda. Die Gemeinde hatte die Restleistung in den vergangenen Jahren mehrmals angemahnt. Da müsse noch einmal nachgehakt werden, sagt Jörg Mildner.