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Ärger um Maskenpflicht

Es war gut gemeint und ist gründlich schief gegangen. Ein Schild in einer Fleischerei ruft in Mittweida das Ordnungsamt auf den Plan.

Symbolfoto
Symbolfoto © Norbert Millauer

Döbeln/Mittweida. Sebastian Härtel ist sauer. Der Inhaber der gleichnamigen Fleischerei in Mittweida, die auch eine Filiale in Döbeln betreibt, hat mit einem Schild Ärger heraufbeschworen.

Seit Wochen werden seine Mitarbeiterinnen tagtäglich von den Kunden gefragt, ob sie in den Filialen, in denen es auch einen Imbiss gibt, einen Mundschutz tragen müssen. Deshalb stellte Härtel Schilder auf. Mit dem Spruch : „Wir begrüßen Sie mit einem Lächeln und freuen uns auf Ihr Lächeln. Bei uns brauchen Sie keine Maske, wenn sie es nicht möchten“, wollte er die Entscheidung, ob sie eine Maske tragen möchten, den Kunden überlassen.

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„Wenn sie keinen Mund-Nase-Schutz tragen möchten, müssen sie das nicht“, so Härtel. Denn am Tresen ist ein Spuckschutz angebracht „und die 1,50 Meter Mindestabstand halten die Mitarbeiter durch die Theke automatisch ein“, meint der Inhaber und fügt hinzu: „Die vom Robert-Koch-Instiut auferlegten Distanzregeln haben wir nicht vernachlässigt.“

Bußgeld angedroht

Doch, was als nette Geste gedacht war, ist gründlich schief gegangen. Nachdem der MDR-Sachsenspiegel über die Aktion berichtet hat, forderte die Mittweidaer Stadtverwaltung Sebastian Härtel auf, die Schilder wieder zu entfernen. Oberbürgermeister Ralf Schreiber (CDU) habe den Fleischer persönlich darauf aufmerksam gemacht, dass bei einem nachgewiesenen Verstoß gegen die Maskenpflicht ein Bußgeld ab 500 Euro drohe. Daraufhin entfernte der Firmenchef die Schilder auch in der Döbelner Filiale, obwohl es in der Stadt keine Probleme gegeben hatte.

Die Schilder seien nett formuliert gewesen und stellten keine Verweigerung der Maskenpflicht dar, so der Fleischer. Er halte seine Kunden für mündig genug, die Entscheidung, wann und wo sie eine Maske tragen, selbst treffen zu können. Er sei dafür verantwortlich, Wurst und Fleisch in guter Qualität zu produzieren. Bei entsprechenden Hygienekontrollen habe es nie Beanstandungen gegeben.

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Sebastian Härtel ärgert sich über den Wirbel, den die Schilder mit dem lachenden Smiley verursacht haben. „Ich möchte eine entspannte Atmosphäre für meine Mitarbeiter und die Kunden“, betont der Fleischer. (mit fp)

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