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Ärger um Spenden beendet

Hilfe. Stephanie R. soll nun doch das Geld für ihre Therapien erhalten.

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Dresden. Der Verein Missing-People, der nach Stephanies Befreiung für das entführte Mädchen gesammelt hatte, wird die volle Summe an die Familie überweisen. Das sagte Vorstandsmitglied Daniel Staats am Freitag. Er hoffe, dass der Ärger damit aus der Welt sei. Er hatte es erst abgelehnt, die 8 000 Euro an Stephanie zu zahlen, da für ihn die Verwendung des Geldes unklar war (die SZ berichtete am Freitag).

Diese Äußerung hat Opferjurist Thomas Kämmer, Mitarbeiter von Stephanies Anwalt Ulrich von Jeinsen, am Freitag mit einiger Verwunderung zur Kenntnis genommen. „Wir und Stephanies Vater haben Herrn Staats Anfang September gebeten, das Geld zu überweisen.“ Staats habe gewusst, dass es als Grundbetrag für Stephanies nächste Delphintherapie bestimmt war, sagte Kämmer.

Missing-People sollte seit dieser Woche auch eine zweite Spendenaktion betreuen, um gezielt für eine sechswöchige Therapie der gesamten Familie am Bodensee zu sammeln, wie Kämmer sagte. Dafür werden rund 50 000 Euro benötigt. Staats habe jedoch anstelle einer Aufwandsentschädigung eine prozentuale Beteiligung an den Spenden gefordert, damit er eine „finanzielle Grunddeckung für kommende Hilfsprojekte“ des Vereins aufbauen könne. Laut Kämmer sei das nicht zulässig. Daher habe man die Zusammenarbeit mit Missing-People beendet. Die Spendenaktion betreut nun die Stiftung „Hänsel und Gretel“. Bis gestern gingen knapp 1 000 Euro ein.

Gegenüber der SZ sagte Staats, bei seiner Forderung habe es sich nur um Aufwandsentschädigungen für Personal-, Sach- und Werbungskosten im üblichen Rahmen gehandelt. Die 8 000 Euro habe er nicht überwiesen, weil erst wenige Tage zuvor mit Stephanies Vater vereinbart worden sei, das Geld auf einem Sperrkonto zu belassen. (lex)