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Ärger ums Geld für die Therme

In der Körse-Therme in Kirschau gelten neue Tarife. Für Behinderte steigen die Preise am stärksten. Das sorgt bei ihnen für Ärger.

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Von Katja Schäfer

Über die neuen Eintrittspreise, die seit Jahresbeginn in der Körse-Therme in Kirschau gelten, ärgert sich Thomas Steinberger, weil für Behinderte die Steigerung am größten ausgefallen ist. „Behinderte zahlen nun mal schnell für die Jahreskarte satte 625,50 Euro, vorher waren es 470Euro. Das ist eine stattliche Erhöhung um 38,8Prozent“, ärgert sich der Cunewalder, der zu 70Prozent schwerbehindert ist und seit zehn Jahren regelmäßig die Körse-Therme und dort vor allem die Sauna besucht. Die Saisonkarte für Nichtbehinderte verteuere sich hingegen um moderate 7,7Prozent, merkt er an. „Sauna nur noch für die Reichen und Gesunden? Wurde die bisher vom Bäderzweckverband geübte Behindertenfreundlichkeit mit sozialer Kälte übertüncht?“, fragt Steinberger.

Unterschied wäre zu groß

Der Geschäftsführer der Körse-Therme, Matthias Waurick, kann die Verärgerung in gewissem Sinne verstehen und bestätigt, dass für Behinderte die Preise am stärksten gestiegen sind. Das hat folgenden Grund: Bisher galten für Behinderte die Kinderpreise. „Mit der Einführung der neuen Tarife würde aber zwischen dem Preis, den Behinderte bezahlen und dem normalen Preis eine zu große Schere klaffen“, sagt der Geschäftsführer. Denn während alle Erwachsenen-Tarife um einen Euro angehoben wurden, sind die Kinderpreise gleich geblieben. „Deshalb wurde für Behinderte ein extra Tarif eingeführt“, berichtet Matthias Waurick. Dessen Preise für Einzeltickets liegen jeweils einen Euro unter den normalen Erwachsenenpreisen.

Thomas Steinberger überzeugen diese Argumente nicht. Der Cunewalder empfindet den unterschiedlichen Anstieg der Tarife als Benachteiligung Behinderter und wünscht sich, dass „die Verantwortlichen ihre Entscheidung nochmal überdenken und die Eintrittspreise moderat erhöhen“.