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Berthelsdorfer Ärztin übernimmt Praxis

Der Herrnhuter Mediziner Dieter Gärtner hört zum Jahresende auf. Seine Praxis übernimmt Ute Taube, er wird zunächst ihr Angestellter. Für danach gibt's eine Lösung.

Herzensangelegenheit: Dieter Gärtners Praxis wird von seiner Kollegin Ute Taube übernommen.
Herzensangelegenheit: Dieter Gärtners Praxis wird von seiner Kollegin Ute Taube übernommen. © Foto: Rafae

Das Herz von Dieter Gärtner hat einen erleichterten Sprung gemacht als klar war, dass seine Herrnhuter Praxis auch ohne ihn weiterlaufen wird. Viele Jahre lang hatte der inzwischen 78-jährige Allgemeinmediziner nach einem Nachfolger gesucht - und keinen gefunden. Nun gibt es mit seiner Kollegin Ute Taube aus Berthelsdorf eine Lösung, die alle zufrieden stellt: Ärzte und Patienten.

Seit Montag ist Gärtners Praxis nun eine Außenstelle von Ute Taube und Gärtner bei ihr angestellt. "Bis Dezember werden wir uns die Sprechstunden in seiner Praxis teilen, danach hoffe ich, einen Kollegen gefunden zu haben, der als angestellter Arzt dort arbeiten wird", sagt Frau Taube. Sie ist zuversichtlich, dass der Plan aufgeht, denn erste Gespräche hat sie bereits geführt. Für die Patienten ändert sich somit zwar manches - aber schrittweise. Und die Anlaufstelle im ASB-Komplex in Herrnhut und auch die Schwestern bleiben.

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Dass Frau Taube auch seine drei Angestellten übernimmt, war eine wichtige Voraussetzung, dass sich Dieter Gärtner nach all den Jahren entschieden hat, nun doch in den Ruhestand zu gehen. "Ich habe das immer wieder verschoben - wegen der Patienten und eben auch der Schwestern", sagt er. Seit 1974 ist der gebürtige Schlesier - er stammt aus einem Ort in der Nähe von Hirschberg, dem heutigen Jelenia Góra - in Herrnhut als Allgemeinmediziner im Dienst. In der alten Poliklinik hat er damals angefangen, nach der Wende folgte der Schritt in die Selbstständigkeit. Viele seiner Patienten sind mit ihm alt geworden. "Eine Patientin, sie ist über 90, hat mir vor ein paar Tagen eine kleine Rose als Abschiedgeschenk mitgebracht", sagt Dieter Gärtner gerührt. Man merkt, wie sehr ihm vieles ans Herz gewachsen ist.

Mit seiner neuen Chefin teilt er sich die Öffnungszeiten in den kommenden Monaten auf: Gärtner ist Dienstagnachmittag von 14 bis 19 Uhr und Freitag von 8 bis 14 Uhr im Dienst. Frau Taube behandelt zusätzlich in Herrnhut am Donnerstagvormittag 11 bis 13 Uhr und übernimmt Hausbesuche. Die Öffnungszeiten in ihrer Berthelsdorfer Praxis bleiben unverändert, betont sie.

Auch wenn in Herrnhut keine direkte Arztsprechstunde ist, hat die Praxis dennoch ihre Türen geöffnet: Die Schwestern kümmern sich dann um all die Dinge, für die kein Arztkontakt nötig ist, wie den Betrieb des Labors, das Wechseln von Verbänden oder auch um Rezepte für die Patienten, erläutert Ute Taube. Damit bleibt für die Gärtner-Patienten so viel wie möglich beim Alten. Und das sind immerhin pro Quartal einige Hundert Menschen, die in die Praxis kommen: Im Schnitt werden 800 bis 900 Chipkarten pro Quartal eingelesen - jeder Patient kommt dann mindestens einmal zur Behandlung vorbei.

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Auch wenn Dieter Gärtner froh ist, sich nicht abrupt, sondern schrittweise an den Ruhestand gewöhnen zu können - bange ist ihm vor dem neuen Lebensabschnitt nicht. Seine vier erwachsenen Kinder wohnen verstreut in der Republik, außerdem hat das Ehepaar Gärtner inzwischen zwölf Enkel und ein Urenkelchen. "Ich hatte früher oft zu wenig Zeit, das wird sich ändern", sagt der Hausarzt. Zwei seiner Kinder sind übrigens selbst Ärzte geworden - aber eine Rückkehr nach Herrnhut und eine Übernahme der väterlichen Praxis war nicht möglich, sagt Dieter Gärtner, denn seine Kinder und ihre Partner hatten beruflich bereits anderswo Wurzeln geschlagen. Aber reiselustig sind er und seine Frau schon immer gewesen, erklärt der Herrnhuter Hausarzt mit einem Lächeln.

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