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AfD holt Direktmandat

Im Wahlkreis 54 siegt Timo Schreyer vor Mathias Kockert (CDU). Der Vorsprung ist hauchdünn.

Mit zahllosen Plakaten warben die Parteien in Radeberg um Wähler. In Sachsen wurde die CDU stärkste Kraft, im Wahlkreis zwischen Radeberg und Lauta gewann der Direktkandidat der AfD.
Mit zahllosen Plakaten warben die Parteien in Radeberg um Wähler. In Sachsen wurde die CDU stärkste Kraft, im Wahlkreis zwischen Radeberg und Lauta gewann der Direktkandidat der AfD. © René Plaul

Bis zuletzt gingen die Meinungen auseinander: Schafft es der CDU-Direktkandidat Mathias Kockert den Wahlkreis 54/Bautzen3 zu holen oder reicht es für Timo Schreyer von der AfD? Der Wahlkreis 54 erstreckt sich von Radeberg über Wachau, Ottendorf-Okrilla, Königsbrück bis nach Lauta.

Nach Auszählung aller Stimmen steht gegen 21.15 Uhr fest, Timo Schreyer gewinnt mit dem hauchdünnen Vorsprung von nur 157 Stimmen den Wahlkreis 54 für die AfD. Sein Sieg hatte sich von Anfang an angedeutet. Schon in der ersten ausgezählten Gemeinde Oßling lag er mit 41,8 Prozent klar vor Mathias Kockert mit 30,8 Prozent. Auch in den dann folgenden Gemeinden Schwepnitz, Laußnitz und Wachau sowie in der Stadt Königsbrück konnte er mehr Wähler hinter sich bringen. Selbst in der Gemeinde Ottendorf-Okrilla, wo die CDU bei den Zweitstimmen mit 31,1 Prozent vor der AfD liegt (28,8 Prozent), lag Timo Schreyer vorn.

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In seiner Heimatkommune Wittichenau allerdings erzielte Mathias Kockert ein Traumergebnis: 55,2 Prozent der Wähler wollten ihn als Direktkandidaten sehen. Der AfD-Kandidat bekam hier 24,9 Prozent. Würde das reichen, um doch noch den Sieg einzufahren? Gespannt wurde dann auf die Ergebnisse aus der größten Kommune in dem Wahlkreis, aus Radeberg, gewartet. Die lagen gegen 21 Uhr vor. Hier konnte der CDU-Politiker eine knappe Mehrheit holen. Er bekam 29,5 Prozent, Timo Schreyer 27,9 Prozent. Das reichte Mathias Kockert nicht für den Sieg im gesamten Wahlkreis. Mit einer denkbar knappen Mehrheit von nur 0,4 Prozent der Stimmen gewinnt nach dem vorläufigen Endergebnis Timo Schreyer das Direktmandat für den Wahlkreis 54.

Der Direktkandidat der Freien Demokraten, Holger Zastrow, hat einen engagierten Wahlkampf geführt. Er holte als mit 13,5 Prozent ein weit besseres Ergebnis als seine Partei im Wahlkreis 54. Die FDP kam hier auf 7,8 Prozent, landesweit auf nur rund 4,5 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag im Wahlkreis 54 mit 68,8 Prozent deutlich über der Wahl von 2014. Das Plus beträgt 24,9 Prozent. Timo Schreyer freute sich in einer ersten Reaktion über das Ergebnis. „Die CDU konnte mit ihren Themen nicht überzeugen. Es war ja bekanntlich der Wahlkreis des früheren Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich, dennoch hat die CDU ihn nicht verteidigen können. Das freut uns umso mehr, dass uns der Sieg gelungen ist.“ Timo Schreyer will sich jetzt wie im Wahlkampf angekündigt den Themen Innere Sicherheit und Lehrermangel widmen. „Ich trete auch dafür ein, dass Migranten künftig statt Geld Sachleistungen erhalten“, sagte der AfD-Politiker.

Mathias Kockert war die Enttäuschung über die knappe Niederlage anzumerken. „So ist Demokratie, ob nun tausend Stimmen oder 150 Stimmen entscheiden, die Mehrheit zählt. Ich gratuliere dem Gewinner. Möge er das Beste für den Wahlkreis leisten“, sagte er. Er werde weiterhin als ehrenamtlicher Stadtrat in Wittichenau mitarbeiten.

© Grafik: SZ

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