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AfD-Mann aus Burschenschaft ausgeschlossen

Einem Lehrer wird seine Aktivität in einer Burschenschaft vorgeworfen. Doch er ist längst kein Mitglied mehr.

„Herrn Engler haben wir bereits im Jahr 2015 aus der Cheruscia unehrenhaft ausgeschlossen“, so Ulf Ahrens, stellvertretender Altherrenvorsitzender der Burschenschaft Cheruscia.
„Herrn Engler haben wir bereits im Jahr 2015 aus der Cheruscia unehrenhaft ausgeschlossen“, so Ulf Ahrens, stellvertretender Altherrenvorsitzender der Burschenschaft Cheruscia. © Symbolbild

Riesa/Dresden. Kurz vor Beginn des zweiten Schulhalbjahres hat eine Diskussion über den neuen Geschichts- und Politiklehrer am Städtischen Gymnasium in Riesa für Aufsehen gesorgt. Der Linken-Kreisvorsitzende Erik Christopher Richter warf mit Blick auf Gordon Englers Mitgliedschaft in der AfD und der Burschenschaft Cheruscia die Frage auf, wie geeignet er „für den Job als Geschichts- und Gemeinschaftskundelehrer an der Oberstufe“ sei .

Doch Gordon Engler ist nicht mehr Mitglied bei der Aachen-Dresdner Burschenschaft Cheruscia. Das teilt Ulf Ahrens, stellvertretender Altherrenvorsitzender der Burschenschaft, gegenüber der SZ mit. „Herrn Engler haben wir bereits im Jahr 2015 aus der Cheruscia unehrenhaft ausgeschlossen“, so Ahrens. Als Grund für den Ausschluss nennt er „unehrenhaftes Verhalten“.

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 Generell sei die Burschenschaft bemüht, eine Vermischung von Mitgliedschaft und Parteipolitik zu unterbinden. „Man kann auch als Burschenschafter Parteimitglied sein, aber man muss zwischen beidem eine klare Linie ziehen“, so Ahrens.

Beutelsbacher Konsens als Leitlinie

Engler selbst hat seinen Ausschluss aus der Burschenschaft gegenüber der SZ nicht erwähnt. Auf die Frage, ob er noch Mitglied der Burschenschaft Cheruscia sei, verwies er darauf, keine Person des öffentlichen Lebens zu sein, „so dass meine berufliche Situation und meine Vereinsmitgliedschaften meine Privatsache sind“. Nach SZ-Recherchen ist Engler mittlerweile Mitglied des Dresdner Ablegers der Burschenschaft Arminia zu Leipzig.

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Hinsichtlich der Vorwürfe, er könnte seinen Unterricht in den Fächern Geschichte sowie Gesellschaft, Rechtserziehung und Wirtschaft missbrauchen, erklärte Engler, dass er sich in seinem Unterricht an den Beutelsbacher Konsens halte. Dieser legt fest, dass Lehrende Schülern nicht ihre Meinung aufzwingen dürfen und kontroverse Themen in ihrer Vielfalt darstellen müssen. Engler wurde vom Landesamt für Schule und Bildung nach Riesa abgeordnet, weil dort Lehrermangel herrscht. (SZ/ksh)

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