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AfD ohne Bewerber für Landratswahl

Die Partei hat niemanden von einer Kandidatur überzeugen können. Bei den Bürgermeisterwahlen treten die Euroskeptiker nur in Flöha an.

Von Johannes Pöhlandt

Die mittelsächsische AfD verzichtet wahrscheinlich auf die Aufstellung eines Kandidaten für die Landratswahl am 7. Juni. Das wurde beim Kreisparteitag in Oberschöna bekannt. Die Wahl eines Kandidaten stand auf der Tagesordnung, musste aber mangels eines Bewerbers ausfallen. Zwar ist nicht ausgeschlossen, dass die Partei später noch einen Bewerber nominiert. Doch scheinen die Chancen gering zu sein, noch eine geeignete Person zu finden.

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„Wir haben im Vorfeld viele Gespräche geführt“, berichtete Kreischef René Kaiser. „Aber wir haben niemanden gefunden, der gesagt hat: ,Ich setze mir den Hut auf.‘“ Das sei sehr schade, sagte der Niederschönaer. Nach seiner Einschätzung könnte die Aufstellung eines Bewerbers der Partei einen Schub verleihen. „Ein Landrats-Kandidat strahlt aus in die Fläche.“ Kaiser betonte, in den Reihen der Partei, die im Kreis derzeit 46 Mitglieder hat, gebe es viele Leute von Format. „Aber ich respektiere, wenn für sie der Beruf oder die Familie Vorrang hat.“

Auch andere AfD-Mitglieder drückten ihr Bedauern über die Situation aus. „Es schmerzt mich, dass wir keinen Kandidaten haben“, sagte der Freiberger Stadtrat Marko Winter. Ein Bewerber nehme zwar viel Stress auf sich, gewänne aber auch erheblich an Erfahrung, gab er zu bedenken. Der Flöhaer Roberto Penz plädierte dafür, dass der Vorstand potenziell geeignete Personen „dazu animiert, ihre Entscheidung noch mal zu überdenken“. Vize-Kreischef Hendrik Seidel entgegnete, er könne jeden verstehen, der sich gegen eine Kandidatur entscheide. „Der Landkreis ist nicht klein. Im Wahlkampf müsste ein Kandidat viel Geld in die Hand nehmen.“

Die Kür der Kandidaten für die 35 Bürgermeisterwahlen in diesem Jahr im Landkreis musste nicht völlig ausfallen, war aber schnell beendet: Nur in Flöha wird die AfD mit einer Bewerberin vertreten sein. Romy Penz, Fraktionschefin im Flöhaer Stadtrat, wurde von den Anwesenden einstimmig gewählt. Die Entscheidung zur Kandidatur nicht leicht gefallen, sagte die 45-jährige Restauratorin. „Aber ich mache das für Flöha, weil ich Flöha liebe.“ (FP)

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