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"In der AfD wegen Höcke und Kalbitz"

Etwas weniger Pegida-Anhänger als noch vor zwei Wochen haben in Zittau gegen die Corona-Regeln demonstriert. Aber nicht nur dagegen.

Mit Pegida-Fahne und Deutschland-Flaggen haben knapp 50 Teilnehmer auf dem Zittauer Markt demonstriert.
Mit Pegida-Fahne und Deutschland-Flaggen haben knapp 50 Teilnehmer auf dem Zittauer Markt demonstriert. © Matthias Weber/photoweber.de

Knapp 50 Pegida-Anhänger haben sich am Montagabend auf dem Zittauer Marktplatz eingefunden, um gegen die Corona-Regelungen zu demonstrieren. Nur die erwarteten Redner aus Dresden kamen nicht.  Dafür einige Zuschauer, welche die Veranstaltung am Rand verfolgten.

Statt der Dresdner sprach ein Vertreter aus der Zittauer AfD, der gegen die Bundesspitzen seiner Partei Jörg Meuthen und Beatrix von Storch schoss. Anlass bot der kürzliche Rausschmiss des brandenburgischen Landesvorsitzenden  Andreas Kalbitz. Die Regionalgruppe griff die AfD-Spitze wegen ihrer Entscheidung bereits in einem offenen Brief an. Nun auch hörbar. "Wir sind in der AfD nicht trotz, sondern wegen Höcke und Kalbitz", sagte der Redner zu den Demonstranten - und erhielt dafür Beifall.

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Jeder Teilnehmer stand während der Demo auf einem Quadrat - um den Mindestabstand einzuhalten.
Jeder Teilnehmer stand während der Demo auf einem Quadrat - um den Mindestabstand einzuhalten. © Matthias Weber/photoweber.de
Auch junge Menschen waren darunter, die auf ihren Schildern unter anderem für eine "Jugend ohne Migrationshintergrund" warben. Die gezeigten Plakate entstammen der Kampagne "schülersprecher.info", die den Jungen Nationalsozialisten gehört.
Auch junge Menschen waren darunter, die auf ihren Schildern unter anderem für eine "Jugend ohne Migrationshintergrund" warben. Die gezeigten Plakate entstammen der Kampagne "schülersprecher.info", die den Jungen Nationalsozialisten gehört. © Matthias Weber/photoweber.de

Darüber hinaus gab's Sympathie-Bekundungen für die seit Wochen laufenden Proteste entlang der B96 sowie die Demonstrationen der "Engagierten Bürger" auf der Zittauer Neustadt. Man stünde für Gespräche bereit, um sich zu verbünden, hieß es. 

Zwischenfälle blieben bei der Veranstaltung aus, auch an Mindestabstände und Nasen-Mundschutz hielten sich die Teilnehmer. Man wolle keinen Ärger mit dem Ordnungsamt, ließ Organisator Thomas Walde aus Eckartsberg verlauten.

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Vor zwei Wochen hatten sich rund 60 Pegida-Anhänger auf der Zittauer Neustadt eingefunden, die wegen der zeitnahen Linken-Demo für Vielfalt und gegen Faschismus auf dem Marktplatz dorthin ausweichen musste. (SZ)

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