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Afrika trifft Pirna

Jack Panzo aus Angola sorgt beim Markt der Kulturen für Stimmung. Er versteht sich als Musikbotschafter.

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Von Mareike Huisinga

Afrika pur: dunkle Haut, braune Augen und lange Rastazöpfe, die cool auf dem Kopf oben zusammengebunden sind. Jack Panzo stammt aus Angola, wohnt aber seit 1996 in Dresden. Mit seiner Musik wird er die Pirnaer und Gäste beim Markt der Kulturen am Sonnabend in gute Stimmung versetzen.

Gleich nach der Begrüßungsmoderation zieht er mit Kindern und Jugendlichen trommelnd und singend um den Markt. Mitgebrachte Instrumente sind herzlich willkommen. „Genauso können Erwachsene bei dem Umzug mitmachen“, betont der 44-Jährige. Später, gegen 14 Uhr, tritt er mit seiner Band Tussangana auf der großen Bühne auf. Afrikanische Rhythmen, mal lauter, mal leiser, verspricht er. Außerdem bietet Panzos Team noch original angolanisches Essen auf dem Markt an. Darunter sind solche Schmeckerchen wie Couscous und Reisgerichte. Hilfe bekommt er übrigens von seiner Lebensgefährtin. „Weiße Frau am afrikanischen Stand“, sagt Manuela Heymann mit einem Lachen.

Eine alte Liebe

Pirna und der Markt der Kulturen sind für den Musiker keine Premiere. Schon oft hatte er Auftritte bei dem bunten Treiben. Außerdem unterrichtete er mehrere Jahre an der Musikschule Sächsische Schweiz in Pirna. Unter anderem gab er Trommelkurse, die gut besucht waren.

Er mag die Stadt an der Elbe. „Besonders zum Markt der Kulturen sind die Menschen sehr offen. Es herrscht immer eine schöne Atmosphäre“, so der Wahldresdner. Während der Großveranstaltung könne er viele neue Kontakte knüpfen. „Durch Musik kommt man miteinander ins Gespräch“, ist seine Überzeugung. Überhaupt versteht er sich als Musikbotschafter. „Musik erreicht die Menschen im Herzen“, sagt Panzo. Mit seinen afrikanischen Rhythmen möchte er auch ein Stück seiner Kultur nach Deutschland bringen.

Jack Panzo wurde 1971 in Luanda, der Hauptstadt von Angola, geboren. Schon früh war für ihn klar, dass er eine musikalische Laufbahn einschlagen würde. Als Profi. Folgerichtig studierte er zwischen März 1984 und April 1985 Tanz und Rhythmus beim angolanischen Kultusministerium in Luanda. Dort erlernte er auch Choreographie und Tanzkomposition sowie Gesang, Pantomime, Tanzpädagogik und Geschichte des afrikanischen Tanzes. Zwischen 1985 und 1995 nahm sein traditionelles und experimentelles afrikanisches Ballettensemble Kilandukilu an Auftritten in verschiedenen Städten Angolas sowie an wichtigen Gastspielen in Portugal, Korea, UdSSR, Schweden und Brasilien teil.

Der Start in Dresden fiel dem Musiker zunächst schwer. „Die fremde Sprache, die andere Mentalität“, zählt Panzo auf. Über seine Arbeit als Tanzlehrer und Trommelworkshop-Leiter lernte er aber neue Menschen kennen, die heute seine Freunde sind. Erst vor einem Jahr eröffnete er den Makino-Club in der Dresdner Neustadt, der sich schnell zu einem beliebten Treffpunkt verschiedener Kulturen entwickelte.

Für Jack Panzo steht jetzt schon fest: „Auf jeden Fall werde ich im nächsten Jahr wieder nach Pirna zum Markt der Kulturen kommen und Musik machen.“