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Aggressive Löbauerin nach Tankdiebstahl verurteilt

Die Anklage gegen die 21-Jährige war deutlich länger. Zur Haft kommen jetzt Arbeitsstunden.

Wegen des Vorwurfs der gefährlichen Körperverletzung hatte sich eine 21-jährige Löbauerin vorm Schöffengericht an der hiesigen Zweigstelle des Amtsgerichts zu verantworten. Es waren zwei Anklageschriften mit drei Straftaten, die hier verhandelt werden sollten. Zum ersten Fall war schon mal ein Termin angesetzt gewesen, zu dem die junge Frau aber nicht erschienen ist. Das führte zu ihrer vorübergehenden Inhaftierung, denn sie sitzt bereits seit 27. Januar in der Justizvollzugsanstalt Chemnitz ein. Doch zur Sache:

In der Nacht vom 9. Juli 2012 soll die Angeklagte an der Löbauer Agip-Tankstelle, bewaffnet mit einem Schlagring, einem jungen Mann mehrere Schläge ins Gesicht und auf den linken Oberarm versetzt haben. Er sei daraufhin zu Boden gegangen, erklärte er. Tatsächlich wurde besagter Schlagring, also eine verbotene Waffe, in der Wohnung der Angeklagten gefunden. Das allerdings beweist noch nicht, dass sie selbst tatsächlich diese Tat begangen hat. Zur Tankstelle sei das Opfer unter dem Vorwand gelockt worden, dass er sein gestohlenes Fahrrad zurückbekommen sollte. Nach der Tat war die Angeklagte laut Angaben des Opfers mit ihren beiden Kumpanen verschwunden. Eine zufällig vorbei kommende Autofahrerin habe ihn bemerkt und ihm aufgeholfen. Danach wurde die Polizei gerufen.

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Der zweite Anklagepunkt bezog sich auf die Nacht vom 24. November 2012. Da solle die Angeklagte an einem in Neugersdorf abgestellten Auto die Kennzeichen entwendet haben. Damit habe sie ebenfalls nichts zu tun, erklärte sie. Diese falschen Schilder wurden allerdings kurz danach am BMW ihres Bekannten angebracht. Damit soll das Trio an eine Tankstelle im benachbarten Varnsdorf (Warnsdorf) gefahren sein und 52,7 Liter für umgerechnet 74,80 Euro getankt haben – ohne zu zahlen. Diesmal gab die junge Frau die Straftat zu. Ihr Bekannter, dem der Wagen gehörte, habe abseits gesessen und geraucht, sagte sie. Sie habe sich darauf verlassen, dass er anschließend zur Kasse geht, um die Rechnung zu bezahlen.

Bereits neun Eintragungen wies der Auszug aus dem Bundeszentralregister zu der jungen Löbauerin auf. Diebstähle, Bedrohung, Besitz explosionsgefährdeter Stoffe und der Gebrauch eines Fahrzeugs ohne Haftpflichtversicherung standen zu Buche. Für Letztes stand die verhängte Strafe von 500 Euro noch aus. Sie selbst war zuvor mit der Droge Crystal in Kontakt gekommen, von der sie bis zu ihrer Inhaftierung nicht wieder los kam. Den bisherigen Lebensweg der jungen Frau schilderte die Vertreterin der Jugendgerichtshilfe. Eine Haftzeit solle für eine Weiterbildung genutzt werden.

Schließlich wurde nur der Treibstoffdiebstahl vom Schöffengericht bestraft. Die Löbauerin wurde zu vier Wochen Jugendarrest verurteilt, der durch die Haftzeit schon abgegolten ist. Sie bekommt für ein halbes Jahr eine Betreuerin zur Seite gestellt und muss drei Monate lang wöchentlich 20 Arbeitsstunden leisten. (rc)