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Pippis Abschied

Für das Kindertheaterstück laufen auf dem Kastanienhof in Reichenau die letzten Proben. Die Zuschauer erwartet ein Abenteuer - das letzte mit Pippi.

Pippi Langstrumpf alias Freyja Gra-
bolle angelt einen Topf mit Loch und erkennt darin ein Unterseeboot aus dem 17. Weltkrieg.
Pippi Langstrumpf alias Freyja Gra- bolle angelt einen Topf mit Loch und erkennt darin ein Unterseeboot aus dem 17. Weltkrieg. © Andreas Weihs

„Vorsichtig mit den Kabeln, es kann losgehen“, sagt Reinhard Schuchart, nachdem er den Ton und die Anlage nochmals überprüft hat. „Reinhardt, hast du deinen Kapitänshut?“, ruft Silke Führich. Beide betreiben gemeinsam ihr kleines Kastanienhof-Theater in Reichenau. 

Geprobt wird derzeit für das Freilichtstück, das traditionell von Kindern gespielt wird, und dann kann es auch schon losgehen. Nachdem sich die Truppe hinter der Bühne eingeschworen und ihren Schlachtruf gebrüllt hat, beginnt das Spiel. 

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Bei Ausflügen mit Kindern stehen Erlebnis und Abenteuer im Vordergrund. Das sollte bei der Tourenplanung und beim Packen des Rucksacks bedacht werden.

Pippi (Freyja Grabolle), Thomas (Samuel Schanz) und Annika (Emily Thümmel) sind beim Angeln. Als sie einen Stiefel, ein Ofenrohr und einen kaputten Topf an Land gezogen haben, erkennt Pippi darin die Hinterlassenschaften eines Piratenschiffs. Und tatsächlich – wenig später finden die Freunde eine Flaschenpost von Pippis Vater, Kapitän Efraim Langstrumpf, der einen Hilferuf schickt: „Böse Piraten haben mein Schiff gekapert, meine Mannschaft ausgesetzt und mich in den Schiffsbauch gesperrt.“ Die Kinder zögern keine Sekunde und machen sich auf den Weg.

„Pippi auf hoher See“ heißt die Abenteuergeschichte, die Theaterregisseur Reinhardt Schuchart selbst geschrieben hat. In diesem Jahr ist das Ensemble richtig groß mit insgesamt zwölf Rollen, acht große und kleine Kinder aus Reichenau, Hermsdorf und Frauenstein sind dabei. Auch Silke Führich und Reinhardt Schuchart stehen wieder mit auf der Bühne – als Kapitän Langstrumpf, Mutter von Thomas und Annika und Seeräuber Blutsvende. 

Die Rolle der Frau Prysselius wird in doppelter Besetzung gespielt, von Daniela Schwalbe und Yvonne Kempe, die zum ersten Mal Theaterluft schnuppert: „Ich habe schon richtig Lampenfieber“, gesteht die Hermsdorferin. Zwar sei sie im Faschingsverein aktiv und dort bei den Bällen auch um keinen Auftritt verlegen, jetzt aber in eine Rolle zu schlüpfen, den Text zu beherrschen und die Erwartungen des Publikums zu erfüllen, sei für sie schon etwas anderes.

Zum Kastanienhoftheater kommt Yvonne Kempe über Sohn Leon, der auch dieses Jahr eine Rolle im Stück übernimmt. „Ich habe bisher immer bei den Aufführungen geholfen. Dass ich jetzt gefragt wurde, ob ich eine Rolle übernehme, macht mich schon auch ein bisschen stolz.“ Gemeinsam mit den Theaterkindern hat sie eifrig geprobt und fleißig ihren Text gelernt. Das Ergebnis überzeugt: „Die Proben laufen gut“, sagt Silke Führich. „Wir waren sogar schneller als der Plan.“

Trotzdem soll nach diesem Sommer Schluss sein mit dem Kindertheaterstück. Die beiden Theater-Macher wollen etwas kürzertreten und sich ganz auf ihre Hauptproduktion, die sie mit ihrer Laienschauspielgruppe von Frühjahr bis Herbst bestreiten, konzentrieren. Auch ihre Reihe „Klassik am Kamin“ mit szenischen Lesungen wollen sie fortführen.

Silke Führich löst deshalb ihren Fundus aus dem Kindertheaterbereich auf. Neben Kostümen und Hüten sind auch Kinderanzüge, Hemden, sonstige Kleidung und Requisiten wie Schwerter und Pistolen zu haben. „Das Bühnenbild von Pippi würden wir gerne verschenken.“

„Pippi auf hoher See“, Premiere am 17.8. Vorstellungen: 18.8. 24./25.8. 31.8./1.9. jeweils um 17 Uhr. Karten kosten für Erwachsene zehn Euro, Kinder ab fünf Jahren zahlen fünf Euro. Reservierung unter Telefon 037326 899641

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