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Airbus bringt Arbeitsplätze nach Seifhennersdorf

Besondere Matten für die Luftfahrt sind die Spezialität der Firma Olutex. Jetzt werden Azubis gesucht.

Von Holger Gutte

Seifhennersdorf. Kaum von Außenstehenden bemerkt, blüht im Industriegebiet in Seifhennersdorf ein Unternehmen immer mehr auf. 174 Mitarbeiter sind derzeit bei der Oberlausitzer Luftfahrttextilien GmbH – kurz Olutex – beschäftigt. Das Unternehmen ist der größte europäische Hersteller von Isoliermatten für die Flugzeugindustrie. „In den letzten drei Jahren ist bei uns allein die Beschäftigtenzahl in der Produktion von 90 auf 135 gestiegen“, berichtet Torsten Borsch, scheidender Standortleiter von Olutex in Seifhennersdorf.

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Der Chor der Europa Akademie Görlitz feiert unter der Leitung von Joshard Daus mit der „Carmina Burana“ einen leidenschaftlichen Ausblick für die kommende Saison.

Das Unternehmen gehört mittlerweile zur Hutchinson Aerospace GmbH mit Sitz in Hamburg. Wie gut der Standort in Seifhennersdorf ist, zeigt bereits die noch junge Firmengeschichte, deren Gründung sich in diesem Jahr im Dezember zum zehnten Mal jährt. Für etwa acht Millionen Euro ist damals ein neues Werk in Seifhennersdorf gebaut worden, um auf den steigenden Absatz und neue Flugzeugprogramme bei Airbus reagieren zu können. Der Flugzeughersteller ist damals größter Kunde der Sächsischen Spezialkonfektion GmbH (Spekon) in Seifhennersdorf gewesen. Die dafür neu gegründete Olutex GmbH übernimmt fortan den Bereich Entwicklung, Herstellung und Installation von Luftfahrttextilien. Sie gilt bis heute als größter Hersteller von Isolationsmatten für Airbus. Die speziellen Isolierprodukte werden in Seifhennersdorf hergestellt und in den Airbus-Standorten Hamburg und in Frankreich in die Flugzeuge eingebaut. Spekon entwickelt und produziert am alten Firmenstandort in Seifhennersdorf weiterhin Fallschirme – und das ähnlich erfolgreich.

Reichlich 250 000 Isoliermatten werden bei Olutex schon im zweiten Jahr des Bestehens hergestellt. 2011 sind es im Dreischichtbetrieb 400 000. Und im vergangenen Jahr haben die Seifhennersdorfer mehr als 600 000 produziert. Entsprechend steigt im Unternehmen der Umsatz auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag. Mit der Qualität seiner Isoliermatten schwimmt Olutex auf der Erfolgswelle des Flugzeugherstellers mit und erhöht parallel zu Airbus seine Produktion. Mit den Matten aus Seifhennersdorf werden bei Airbus die A 320, A 330, A 380 und das Militärflugzeug A 400 M ausgestattet.

Das Aus- und Umrüsten von Awacs-Flugzeugen für die Nato könnte sich für Olutex nun auch auf anderen Gebieten auszahlen. „Wir suchen natürlich immer nach neuen Geschäftsfeldern.“, sagt er. Ein vielversprechendes ist das Umrüsten von Business-Jets. Geschäftsleute und dergleichen lassen sich den Umbau ihrer Flugzeuge etwas kosten. Sie legen auch Wert auf eine andere Isolierung. Während bei Ferienfliegern die Flugzeuge möglichst leicht und damit preisgünstig im Kraftstoffverbrauch fliegen sollen, sollen Business-Jets vor allem noch leiser fliegen.

„Wir haben in den zurückliegenden Jahren im unmittelbaren Umfeld wenig Werbung für uns gemacht. Das ändert sich jetzt mit Messebesuchen und dergleichen“, erzählt Torsten Borsch. Denn Olutex will sich Facharbeiter selber ausbilden. Zwei bis drei Lehrstellen für einen technischen Konfektionär bietet die Firma an. Angesichts der Auftragslage sehen die Chancen für eine spätere Einstellung günstig aus. – An diesem Sonnabend nimmt Olutex das Firmenjubiläum aber erst einmal zum Anlass, um mit seinen Mitarbeitern und deren Familien das bisher Erreichte zu feiern. Das geschieht dann schon unter der Regie des seit Juni neuen Standortleiters, Dietmar Jung, der übrigens aus der Region kommt.