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Was machen diese Airbusse in Dresden?

Auf dem Flughafen parken derzeit vier Maschinen mit asiatischer und türkischer Bemalung. Airbus hat in Hamburg offenbar ein Platzproblem.

In Klotzsche sind unter anderem zwei Maschinen für die chinesische Chengdu Airlines abgestellt worden.
In Klotzsche sind unter anderem zwei Maschinen für die chinesische Chengdu Airlines abgestellt worden. © SZ/Sandro Rahrisch

Dresden. Der Flugverkehr am Dresdner Airport kommt langsam in Schwung. Inzwischen heben wieder Maschinen zu den griechischen Inseln, zur Schwarzmeerküste und nach Mallorca ab. Aber China und Vietnam? Nein, diese Länder stehen nicht und standen nie im Flugplan. Trotzdem sind derzeit Flugzeuge der chinesischen Chengdu Airlines, der vietnamesischen Vietjet und der türkischen Pegasus Airlines auf dem Vorfeld in Klotzsche abgestellt. Und das seit Wochen. Was machen die Maschinen dort?

Genau genommen handelt es sich um drei Airbus-Flugzeuge des Typs A320 sowie einen Airbus A321. Sie gehören zu den Verkaufsschlagern des Luftfahrtkonzerns. Mehr als 9.000 Flieger der A320-Flugzeugfamilie wurden bisher verkauft. Lufthansa und Eurowings haben zusammen über 200 in ihrer Flotte. Auch Sundair, die von Dresden einige Mittelmeerziele ansteuert, hebt mit Maschinen dieses Typs ab. Vor der Corona-Krise mussten Fluggesellschaften weltweit lange warten, um an neue Flieger heranzukommen. Der Gebraucht-Flugzeug-Markt war nahezu leergefegt. Doch nun, mit Einbruch der Passagierzahlen im Zuge der Pandemie, treten die Airlines auf die Bremse, dünnen ihre Flugpläne aus und brauchen ausgerechnet jetzt keine neuen Flugzeuge.

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Das spürt auch der Flugzeughersteller Airbus. Schon bestellte und fertige Maschinen werden von manchen Fluggesellschaften nicht oder später abgenommen. Die Folge: Airbus parkt die nicht abgeholten Maschinen zwischen - unter anderem in Dresden. Die ersten drei Airbus-Flieger landeten bereits Mitte beziehungsweise Ende Juni in Klotzsche, am 7. Juli kam der bisher letzte, wie aus Daten des Portals Flightradar24 hervorgeht, das die Position von Flugzeugen in Echtzeit ins Internet überträgt.

Insgesamt vier Airbus-Flugzeuge parken aktuell in Dresden. Möglicherweise kommen weitere dazu.
Insgesamt vier Airbus-Flugzeuge parken aktuell in Dresden. Möglicherweise kommen weitere dazu. © SZ/Sandro Rahrisch

Ob es bei den vier Exemplaren bleiben wird und wie lange sie in Klotzsche stehen werden, dazu möchte Airbus keine Angaben machen. "Diese Zahlen ändern sich auch zwischendurch", sagt Sprecher Heiko Stolzke gegenüber der SZ. "Es finden ja weiterhin Auslieferungen statt. So hat Airbus beispielsweise im April trotz Corona-Einschränkungen 14 Flugzeuge ausgeliefert, im Mai waren es 24, im Juni 36." Die Zahlen für Juli sollen in Kürze veröffentlicht werden. 

Neben Dresden sind die Flughäfen in Rostock und Erfurt als Parkplätze auserkoren worden. "Bei den Abstellmöglichkeiten hat man sich an ganz pragmatischen Erwägungen orientiert, Rostock, Erfurt oder Dresden sind nur zirka 30 Flugminuten entfernt von Hamburg", so Stolzke. In Hamburg-Finkenwerder befindet sich das deutsche Airbus-Werk. Die Flüge würden recht kurzfristig geplant, im Gegensatz zu normalen Linienflügen. Sie ließen sich unter anderem über die Internetseite Flightradar24 verfolgen.

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