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Akademie könnte alte Bilder restaurieren

Meißen. Restaurierungsstudenten wollen dem Stadtmuseum helfen und unentgeltlich alte Bilder reparieren.

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Von Ulrike Körber

Rettung in der Not war es für Museumschefin Martina Fischer, als der Meißner Maler Wolfram Hänsch ihr den Vorschlag machte, die Kunstakademie in Dresden einzuschalten und um Hilfe zu bitten. Die Restaurierungsstudenten könnten die alten Gemälde des Stadtmuseums reparieren. Denn das Museum hat kein Geld dafür. Dem Haus wurden die Mittel vom Kulturraum gekürzt. Statt mit 60 000 Euro muss Martina Fischer mit 25 000 Euro für Ausstellung, Umzug und Ankäufe und Restaurierung auskommen.

Da bleibt kein Cent übrig für die historischen Stadtansichten und die zerschlissenen Gemälde, die zurzeit in der Sonderausstellung präsentiert werden. Die Hilfe aus Dresden wäre für manches alte Bild die Rettung. „Theoretisch ist das möglich, dass Studenten sich der Werke annehmen“, so Ivo Mohrmann vom Studiengang Restaurierung der Hochschule für Bildende Künste. „Die Studenten können die Bilder im Atelier untersuchen. Zudem gibt es die Möglichkeit, dass sie diese im Rahmen ihrer Abschlussarbeit restaurieren und wissenschaftlich untersuchen“, so Mohrmann. Auch könnten Praktikanten gegen ein Entgelt in Meißen eingesetzt werden. „Ich müsste mir jedoch die Gemälde im Museum erst einmal ansehen, um zu wissen, worum es sich handelt.“

Ganz unbekannt ist das Prozedere für Martina Fischer nicht. Praktikanten, Studenten waren schon ab und zu mal im Museum. „Es dauert dann zwar seine Zeit, ehe wir ein Bild wieder bekommen, aber es ist eine gute Lösung“, so die Leiterin des Stadtmuseums. Über mangelnde Arbeit bräuchten die Studenten nicht klagen. Immerhin sind 60 Prozent der so genannten Alten Meister – Bilder, die vor 1870 entstanden sind – beschädigt. Das macht ungefähr 15 Prozent des Depotbestandes aus. 1 200 Gemälde besitzt das Museum. 3 000 Grafiken befinden sich dort und unzählige Fotos. Die letzte aufwendige Gemälderestaurierung konnte vor sieben Jahren durchgeführt werden. Seither wurden jährlich die Mittel für solche Ausgaben gestrichen. Dabei könnten schon mit kleinen Beträgen Retuschen durchgeführt werden. Hauptschäden an den alten Gemälden sind Risse in der Leinwand, abblätternde Farbschichten, Fehler im Firnis, zerstörte oder fehlende Rahmen.