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AKW Temelín wird nicht ausgebaut

Sie galt europaweit als größte Einzelinvestition der nächsten Jahre. Bis zu elf Milliarden Euro sollte der Bau zweier neuer Blöcke im tschechischen Atomkraftwerk Temelín kosten. Nun hat der Chef des Konzerns...

Von Steffen Neumann

Sie galt europaweit als größte Einzelinvestition der nächsten Jahre. Bis zu elf Milliarden Euro sollte der Bau zweier neuer Blöcke im tschechischen Atomkraftwerk Temelín kosten. Nun hat der Chef des Konzerns CEZ, Daniel Benes, die Reißleine gezogen und das Auswahlverfahren für den Lieferanten gestoppt. Als Grund gab Benes die fehlende Rentabilität des Projekts an. Er reagierte damit unmittelbar auf die Weigerung der tschechischen Regierung vom Mittwoch, den Bau durch Strompreisgarantien fördern zu wollen.

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Spätestens mit dem Atomausstieg Deutschlands und dem gleichzeitigen massiven Ausbau erneuerbarer Energien galt der Bau von neuen Atommeilern als Risikoinvestition. Doch Tschechien hielt trotz Kritik an den Atomplänen fest. Temelín wurde einmal mehr zum nationalen Projekt stilisiert. Obwohl Tschechien bereits heute seine Überkapazitäten an Elektroenergie exportiert, waren noch einmal zwei Blöcke mit jeweils 1 000 Megawatt Leistung geplant. Insgeheim wurde gar damit geliebäugelt, Deutschland zu helfen, sobald dem großen Nachbarn bei fehlendem Wind und Sonne der Strom ausgeht.

Doch seit Antritt der neuen tschechischen Regierung im Januar wurde der Blick auf Temelín nüchterner. Finanzminister Andrej Babis trat mit dem Versprechen an, den Firmen keine weiteren Steuern aufzubürden. Um das zu schaffen, muss er an anderer Stelle sparen. Da kommt ihm Temelín gerade recht. Als mit 70 Prozent größter CEZ-Aktionär hat der Finanzminister ohnehin mehr Interesse an einer üppigen Dividende, als dass Geld in einem unsicheren Projekt verschwindet. Außerdem hat das Wort „Strompreisgarantien“ in Tschechien einen höchst unpopulären Klang. Nach dem massiven Ausbau von Photovoltaikanlagen in den Jahren 2008–2010 ächzen die Verbraucher unter der steigenden Ökostromumlage.