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AL-KO zieht von Hartha nach Rossau um

Der Traditionsbetrieb hat im Ortsteil Seifersbach seinen neuen Standort. Stoßdämpfer produziert er dort nicht mehr.

Von Sylvia Mende

Das Harthaer Traditionsunternehmen AL-KO Dämpfungstechnik verlagert Mitte des Jahres seinen Standort in den Ortsteil Seifersbach in der Gemeinde Rossau in ein leerstehendes Gewerbeobjekt mit großer Halle und Bürogebäude. „Die Umzugsarbeiten werden voraussichtlich im Juni starten und bis zum 18. Juli abgeschlossen sein“, sagte Thomas Lützel, Pressesprecher der AL-KO Kober Group. Nur die Vorfertigung, die in einer kleinen Halle untergebracht ist, werde vorerst in Hartha bleiben. Notwendig wird der Umzug nach dem Verkauf des Geschäftsbereiches Anhängevorrichtungen an den australischen Konzern TriMas Mitte vergangenen Jahres. Dieser will das gesamte Werksgelände in Hartha nutzen.

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„Den betroffenen Mitarbeitern unterbreitet AL-KO das Angebot, an den neuen Standort zu wechseln“, so der Pressesprecher. Das betrifft etwas mehr als 90 Mitarbeiter. Die Hälfte von ihnen wohnt in Hartha und ein großer Teil, bis auf wenige Ausnahmen, in der Region. Damit entstehen den Mitarbeitern durch den Standortwechsel Nachteile. Seifersbach ist nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Auch wenn der Ort nur etwa 20 Kilometer entfernt ist, muss mit einer Fahrzeit von einer halben Stunde gerechnet werden. Um die Mitarbeiter zu entlasten, will das Unternehmen einen Werksverkehr per Bus einrichten. Kann dieser zum Beispiel wegen der Schichtarbeit nicht genutzt werden, werde eine Kilometerpauschale gezahlt, so Betriebsratsvorsitzender Henry Görlitz.

Die Suche nach einem neuen Standort war schwierig. „Wir haben uns etwa 15 Objekte angesehen. Drei sind in die engere Auswahl gekommen. Für Seifersbach haben wir uns nun entschieden“, sagte der technische Leiter von AL-KO Gerhard Rank. Die Halle am Standort verfüge über die entsprechende Größe und Höhe. Auch der Fußboden halte die Belastungen aus. Das Bürogebäude müsse noch den Anforderungen des Unternehmens angepasst werden. Ein Neubau im Harthaer Gewerbegebiet sei auch in Erwägung gezogen worden, aber einfach zu teurer gewesen, sagte Gerhard Rank.

„Für AL-KO ist der Umzug in die neue Immobilie eine Chance, sich neu zu strukturieren. Die Produktion wird sich auf die Herstellung von Gasfedern und Einrohrdämpfern konzentrieren“, so Gerhard Rank. Das bedeutet, dass zum einen in der neuen Halle die Produktionsabläufe effektiver gestaltet werden können. Zum anderen wird die Produktion von Stoßdämpfern in die Werke der AL-KO Kober Group in China und Spanien verlagert. AL-KO Dämpfungstechnik wird auch weiterhin Drehscheibe für das Geschäft mit den Stoßdämpfern sein. Das heißt, die auswärtig gefertigten Teile werden in das Werk nach Seifersbach geliefert und von dort aus an die Werke der AL-KO Kober Gruppe verteilt. „Darüber hinaus werden Umsätze in der Automobilbranche, der Luftfahrt und weiteren Industriezweigen erzielt. Für alle Bereiche gibt es interessante und vielversprechende Projekte für weiteres Wachstum“, so der Pressesprecher. Dämpfungselemente aus Sachsen würden auch künftig ein wichtiges Geschäftsfeld für die AL-KO Gruppe sein. Daher soll die Entwicklungs– und Fertigungskompetenz am neuen Standort erhalten und ausgebaut werden. Deshalb seien auch hohe Investitionen in die Ausstattung und Infrastruktur des neuen Standortes sowie in neue Fertigungstechnologien vorgesehen.

Betriebsbedingte Kündigungen soll es im Zuge der Standortverlagerung nicht geben, auch wenn künftig weniger Mitarbeiter benötigt werden. „Wegen der Neustrukturierung und der Verlagerung der Stoßdämpferproduktion gibt es einen Personalüberhang“, so Rank. Mit dem Betriebsrat ist die Möglichkeit von Altersteilzeit vereinbart worden. Für andere Mitarbeiter gibt es nach den Plänen der Bundesregierung künftig die Möglichkeit, nach 45 Arbeitsjahren mit 63 in Rente zu gehen. „Damit gibt es eine sozialverträgliche Lösung“, so Betriebsrat Henry Görlitz.

Der Umzug wird von einer Arbeitsgruppe neben dem Tagesgeschäft vorbereitet. In der Produktion sind Vorarbeiten notwendig, um die Zeit, in der nicht produziert werden kann, zu überbrücken. „Jeder im Unternehmen trägt seinen Teil am Umzug bei“, so der Betriebsrat.

Das Unternehmen will die Geschäftsverbindungen mit heimischen Handwerkern und Dienstleister, soweit es möglich ist, aufrecht erhalten. Es bleibt auch Mitglied im Förderverein der Oberschule.