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Alarm am Vorabend des Osterfestes

36 Kameradinnen und Kameraden üben auf dem Betriebsgelände von Schwarz-Reisen bei Hähnichen.

Von Rolf Ullmann

Manchmal klappt es mit der Geheimhaltung einer Einsatzübung der Feuerwehr doch. Nur ein ganz kleiner Kreis Eingeweihter wusste, dass die Sirenen am Gründonnerstag, Punkt 20 Uhr, die Kameradinnen und Kameraden von insgesamt sechs Freiwilligen Feuerwehren aus der Feierabendruhe kurz vor den Osterfeiertagen reißen wird. Harald Schwarz, der Inhaber der Firma Schwarz-Reisen bei Hähnichen, hatte diese Einsatzübung auf dem Betriebsgelände bereits vor einigen Wochen mit den Wehrleitern der Gemeinde Hähnichen vereinbart. „Die letzte Übung hat hier bei uns vor zehn Jahren stattgefunden. Seither hat sich doch einiges verändert“, sagt Harald Schwarz. Dass diese Übung stattfinden wird, war klar, nur den Zeitpunkt, den kannten nur wenige.

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Vom Tor des Betriebsgeländes aus bringen die Kameraden die Schläuche zum Aufbau der Wasserversorgung für das Löschen der beiden angenommenen Brände heran.
Vom Tor des Betriebsgeländes aus bringen die Kameraden die Schläuche zum Aufbau der Wasserversorgung für das Löschen der beiden angenommenen Brände heran.
Dieter Klingauf, der Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Trebus weist als Einsatzleiter die nacheinander eintreffenden Feuerwehren in ihre Aufgaben während der Einsatzübung auf dem Gelände von Tankeshausen am späten Donnerstagabend ein (großes Foto). Da
Dieter Klingauf, der Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Trebus weist als Einsatzleiter die nacheinander eintreffenden Feuerwehren in ihre Aufgaben während der Einsatzübung auf dem Gelände von Tankeshausen am späten Donnerstagabend ein (großes Foto). Da

„Einmal im Vierteljahr üben alle Wehren der Gemeinde gemeinsam. Diesmal ist Trebus mit der Organisation der Übung an der Reihe gewesen“, erläutert Werner Queiser, der in seiner Funktion als Bürgermeister der Gemeinde den Verlauf des Einsatzes beobachtet. Die Wehrleitung der Freiwilligen Feuerwehr Spree wird voraussichtlich die nächste Übung ausrichten. Als ein mögliches Objekt dafür nennt der Bürgermeister die Biogasanlage des Agrarbetriebes in diesem Ort. Doch spruchreif ist die ganze Angelegenheit nicht.

Nachdem die Sirenen in den umliegenden Ortschaften verstummten, begann das Warten auf die ersten Kameraden, die zum Einsatz ausgerückt sind. Nach fünf Minuten leuchtete das erste Blaulicht auf der Koseler Straße, der Zufahrt zum Einsatzort Tankeshausen auf. Der kleine Barkas der Stannewischer Wehr brauste heran. Drei Kameraden sprangen mit ihrer Ausrüstung heraus, während der kleine rote Flitzer wendete, um die nächsten Feuerwehrleute heranzubringen. Denn mehr als drei von ihnen passen nun mal nicht in den Veteran der Feuerwehrtechnik hinein. Später, nach dem Einsatz, beantwortete Gerhard Woite die Frage, ob bei dieser kurzen Zeit nicht doch Hexerei im Spiel gewesen sei, mit den Worten: „Wir wohnen ja fast alle rings um das Gerätehaus. Da sind nur ein paar Schritte nötig und wir können sofort in die Einsatzkleidung springen.“ Dieser Vorzug bleibt den Stannewischern auch erhalten, wenn das neue Gerätehaus in der Nachbarschaft des jetzigen gebaut wird.

Insgesamt 36 Kameradinnen und Kameraden sind nach dem Eintreffen der Wehren aus Trebus, Spree, Uhsmannsdorf Hähnichen und Quolsdorf schließlich vor Ort. Dieses beachtliche Potenzial war schließlich auch der Wahl des Zeitpunktes der Übung am späten Abend und unmittelbar vor dem ersten Osterfeiertag geschuldet. Dadurch hat die Mehrzahl der in den aktiven Abteilungen tätigen Feuerwehrleute einen Eindruck von den örtlichen Gegebenheiten auf dem weitläufigen Gelände des ehemaligen Tanklagers der NVA erhalten. Unmittelbar nach der Übung nahm Einsatzleiter Dieter Klingauf eine erste Auswertung vor. Dabei fiel auch die eine oder andere kritische Bemerkung. Diese betrafen insbesondere die Sicherstellung der Wasserversorgung zum Löschen der beiden angenommenen Brände auf dem Gelände. Denn in dessen Abstellhallen stehen mehrere Linien- und Reisebusse. Außerdem ist Tankeshausen rings um von Wald umgeben. Keiner der Feuerwehrleute vor Ort mochte gern daran denken, was passiert, wenn ein Brand in den benachbarten Forst mit seinem vorwiegenden Kiefernbestand übergreift. Auf einer der nächsten Beratungen der Wehrleiter wird diese Übung deshalb noch detailliert ausgewertet. Gemeinsam mit dem Busunternehmen Schwarz-Reisen erfolgen dann die notwendigen Festlegungen, um noch effektiver bei einem Einsatz handeln zu können.