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Nächster Schritt zum neuen Einkaufszentrum 

Edeka und Aldi wollen in Neugersdorf neu bauen. Nun haben sich Handels-Experten damit beschäftigt. Sie bescheinigen: die Stadt ist schon jetzt ein Einkaufsparadies.

Um diese Fläche hinter dem Veranstaltungshaus "Stadt Zittau" in Neugersdorf geht es.
Um diese Fläche hinter dem Veranstaltungshaus "Stadt Zittau" in Neugersdorf geht es. © Archivfoto: Matthias Weber

Der nächste Schritt zu einem neuen Einkaufszentrum in Neugersdorfs Mitte ist gemacht. Der Stadtrat von Ebersbach-Neugersdorf hat jetzt beschlossen, dass ein Bebauungsplan für das Areal hinter "Stadt Zittau" aufgestellt werden soll. Etwa 1,4 Hektar groß ist das Gebiet, um das es geht: der ehemalige Sportplatz hinter "Stadt Zittau" an der Kreuzung Rudolf-Breitscheid-Straße/Hauptstraße.  

Aldi und Edeka wollen sich vergrößern

Aldi und Edeka - beide bereits in Neugersdorf ansässig - wollen sich erweitern, neue Märkte nach modernen, aktuellen Konzepten bauen. Bei Aldi geht es um eine Vergrößerung von jetzt 740 Quadratmetern auf künftig 1.085 Quadratmetern. Vor allem die Lagerfläche am jetzigen Standort im Spreequellcenter sei inzwischen zu knapp, weil das Sortiment größer geworden ist, hieß es vom Unternehmen. Edeka will sogar von 960 Quadratmetern auf etwa das doppelte vergrößern: ein knapp 1.900 Quadratmeter großer Markt ist geplant. 

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Mit einem Bebauungsplan im sogenannten vereinfachten Verfahren soll das ganze nun zügig vorangehen. Schneller geht es, weil in einem solchen vereinfachten Verfahren zum Beispiel keine Umweltprüfung vorgelegt werden muss. Dafür müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein, so darf die Fläche, um die es geht, nicht größer als zwei Hektar sein und von der künftigen Nutzung dürfen keine Umweltauswirkungen zu erwarten sein. Dazu habe man sich mit dem Umweltamt abgestimmt, so Bürgermeisterin Verena Hergenröder (parteilos). Das Bauvorhaben erfüllt alle diese Voraussetzungen. 

Experten haben Händler und Kunden befragt

Um überhaupt zu klären, ob ein neues Einkaufszentrum in dieser Lage Sinn macht, hatte die Stadt parallel ein Einzelhandelskonzept in Auftrag gegeben. Sie hatte die BBE Handelsberatung, ein Unternehmen aus Leipzig, mit dem Konzept beauftragt. Die Firma hat zunächst umfangreiche Recherchen angestellt, um den Ist-Stand zu ermitteln. Experten von IHK und Handelsverband wurden einbezogen, aber auch Händler aus der Stadt. Zusätzlich befragte das Unternehmen auch diejenigen, die das Einkaufsangebot nutzen: die Kunden selbst. Das Einzelhandelskonzept soll zudem eine Orientierung geben, wie sich der Handel in der Stadt entwickeln soll.  

Das Ergebnis: Das Einzelhandelskonzept sieht die Neuansiedlung an dem Standort bei "Stadt Zittau"  nicht als widersprüchlich an. In dem Papier, das jetzt fertiggestellt wurde, ist der neue Standort sogar schon verankert. Richard Engel von der BBE bescheinigt Ebersbach-Neugersdorf eine wichtige Rolle als Versorger für das Umland. 

Die meisten Kunden kommen aus den Dörfern

Demnach kommt nur ein Viertel der Kunden, die hier einkaufen, aus der Oberlandstadt selbst. Das Einzugsgebiet, haben Engel und seine Kollegen ermittelt, hat rund 47.000 Einwohner, also potenzielle Einkäufer. In der Stadt selbst wohnen davon nur knapp 12.000. Der Rest kommt aus dem Umland, allein etwa 15.000 Kunden sogar aus Tschechien. Das Einzugsgebiet, so Engel, für das Ebersbach-Neugersdorf die wichtige Versorgung sichert, reicht bis Obercunnersdorf und Beiersdorf, bis Seifhennersdorf  und Eibau. 

Als Ziel des Einzelhandelskonzeptes formuliert Richard Engel: möglichst jeder Einwohner soll in fußläufiger Entfernung attraktive Einkaufsmöglichkeiten haben. Das kann ein Lebensmittelmarkt sein, zum Beispiel aber auch ein Bäcker oder Fleischer. "Fußläufig" meint er dabei einen Umkreis von etwa 700 Metern. In Ebersbach-Neugersdorf sei das fast überall gegeben, so Richard Engel. Einen kleinen weißen Fleck gibt es lediglich im Bereich der Spreedorfer Straße, also an der Grenze zwischen den beiden Kern-Ortsteilen. 

Oberlandstadt ist Einkaufsparadies

Und auch sonst scheint die Oberlandstadt ein wahres Einkaufsparadies zu sein, laut den Erkenntnissen der BBE Handelsberatung. Die Zahlen überraschen sogar den Handelsexperten: 98 Prozent der befragten Kunden sind zufrieden mit dem Angebot. "Das ist ein sehr hoher Wert", sagt Engel. Er hat durchaus Vergleichswerte, denn sein Unternehmen erstellt derartige Konzepte auch für andere Kommunen. Die hohe Zufriedenheit spreche für die Händler vor Ort. Und auch dafür, dass ihnen das Onlinegeschäft nicht so viel anhaben kann, wie es anderswo der Fall ist. "Oft bestellen die Leute ja nicht im Internet, weil sie das unbedingt wollen, sondern weil es vor Ort nichts gibt", sagt Engel. 

Alte Märkte sollen schließen

Das Einzelhandelskonzept soll aber auch die bestehenden Händler vor neuen Ansiedlungen - also vor Konkurrenz - schützen. Man will die kleineren, traditionellen Händler nicht verdrängen, indem sich immer mehr große Märkte in den Zentren ansiedeln. 

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Tatsächlich werden die geplanten neuen Märkte nicht zusätzlich zu den bisherigen entstehen und so die ohnehin schon stattliche Anzahl von aktuell sechs Lebensmittelmärkten in der Oberlandstadt noch erhöhen. Bald sind es sieben, wenn am 1. April der neue Rewe in Ebersbach öffnet. Stattdessen werden die alten Edeka- und Aldi-Standorte dicht gemacht. Aldi bestätigte gegenüber SZ bereits auf Nachfrage, dass man auch in Neugersdorf eine "Ein-Markt-Strategie" verfolge. Das bedeutet: kommt ein neuer Markt bei "Stadt Zittau", wird der alte Aldi im Spreequellcenter geschlossen. Auch der bisherige Edeka-Standort an der Hauptstraße/Fröbelstraße in Neugersdorf soll mit Eröffnung eines neuen Marktes schließen.

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