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"Alle Bilder sind unglaublich atmosphärisch"

Albrechtsburgchef Uwe Michel über die Deutschlandpremiere einer völlig neuen Museumstechnik.

Der Chef der Albrechtsburg Uwe Michel und seine Kollegen können dank einer Kooperation mit französischen Hightech-Pionieren künftig zu einer Zeitreise in die Wiege Sachsens einladen.
Der Chef der Albrechtsburg Uwe Michel und seine Kollegen können dank einer Kooperation mit französischen Hightech-Pionieren künftig zu einer Zeitreise in die Wiege Sachsens einladen. © - keine Angabe im huGO-Archivsys

Her Michel, was kann das Histopad, was ein menschlicher Gästeführer nicht kann?

Wir verstehen das Histopad als ein sehr innovatives und zusätzliches Angebot für unsere Gäste. Der Besucher kann zukünftig in einem Saal des Schlosses stehen und sich parallel dazu auf dem Gerät in verschiedenen Zeitebenen bewegen. So finden sie sich zum Beispiel inmitten von Handwerkern auf einer mittelalterlichen Baustelle wieder. Sie können als Gast im Großen Saal an der Verabschiedung Friedrich des Weisen teilnehmen, bevor er seine Reise ins Heilige Land antritt. 

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Und, für mich der Höhepunkt im Histopad, sie erleben die Zeit der Porzellanmanufaktur mit sehr detailreichen Bildern und können auf diese Weise den spannenden Produktionsprozess von Meissener Porzellan in einem Schloss nachvollziehen. Sie sehen, wie die ehemals wichtigsten Säle des Schlosses in kleine Kammern parzelliert und mit eingezogenen Zwischendecken ausgestattet sind. Wie Manufakturisten beim Schein von Öllampen und im Staub von Kaolin modellieren. 

Wie wirken die Grafiken?

Alle Bilder sind unglaublich atmosphärisch. Diese Nutzungsvielfalt des Schlosses kann der Tabletguide hervorragend darstellen. Aber diese ausgereifte technische Lösung wird natürlich nicht unsere versierten Gästeführer ersetzen können, die mit persönlicher Ansprache, Individualität und Charme unsere Besucher führen.

Wann und in welchem Rahmen können Ihre Besucher das neue Gerät erstmals in der Hand halten?

Erstmalig zum Familienfest am Sonntag, dem 2. August. Wir werden verschiedene Szenen bzw. Personen, die im Histopad eine Rolle spielen, auf den Burghof und ins Schloss holen. So können die Besucher den Auftritt einiger Fürsten hoch zu Ross erleben. Unter anderem Herzog Albrecht, August der Starke, König Albert. 

Auch Ludwig Richter wird in seiner Malschule sein. Porzellanmalerinnen arbeiten im Schloss. Eine Szene wird daran erinnern, dass die Albrechtsburg im Zweiten Weltkrieg als Kunstgutdepot genutzt wurde, um Schätze der Dresdner Kunstsammlungen vor Fliegerangriffen zu schützen. Es wird Musik und Clownerie auf dem Burghof geben. 

Dazu gibt es Crepes, denn das Histopad ist ein französisches Produkt und Weine der Meißner Winzergenossenschaft. Der Eintritt in das Schloss wird an diesem Tag kostenfrei sein.

Ähnlich wie auf dieser Darstellung erlaubt das Histopad eine Reise in verschiedene Zeitperioden der Albrechtsburg, wie die Jahre unmittelbar nach der Erbauung oder als Porzellan-Manufaktur.
Ähnlich wie auf dieser Darstellung erlaubt das Histopad eine Reise in verschiedene Zeitperioden der Albrechtsburg, wie die Jahre unmittelbar nach der Erbauung oder als Porzellan-Manufaktur. © ECLIPTIQUE

Ist das Histopad auch für Kinder und Jugendliche geeignet?

Unbedingt. Gerade Kinder und Jugendliche sollen, als sogenannte Digital Natives, von unserer Tabletführung mit zahlreichen Animationen, die vergleichbar mit Computerspielen sind, angesprochen werden. 

Wir hoffen, dass mit dieser Vermittlungsform sehr viel jüngeres Publikum den Weg in das Museum finden wird. Nebenbei können die Besucher mit dem Histopad auf Schatzsuche im Museum gehen, sie können ein Selfie im historischen Gewand von sich schießen und auch gleich versenden.

Gehört die Technik künftig generell zum Eintritt mit dazu oder muss sie extra gebucht werden?

Ja, vergleichbar mit der Nutzung unserer bisherigen Audioguides wird auch das Histopad im Eintrittspreis enthalten sein.

Wird es das Gerät mit Versionen für Gäste etwa aus Polen, Tschechien oder englischsprachigen Ländern geben?

Auf allen Geräten kann der Besucher aus insgesamt zwölf Sprachen auswählen. Darunter die meistgesprochenen europäischen Sprachen bzw. die unserer Nachbarn, sowie Chinesisch und Japanisch. Natürlich werden wir weiterhin unseren Besuchern vor Beginn des Rundganges eine kleine Starthilfe zur Nutzung geben. 

Das fängt mit der Sprachauswahl an. Aber grundsätzlich ist die Bedienung des Histopads selbsterklärend, so dass sich jede Generation völlig frei und unbekümmert mit dem Tablet durch das Schloss bewegen kann.

Lassen sich künftig – so der Bedarf entsteht – weitere Visualisierungen hinzufügen?

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Ja, einerseits möchten wir den gegenwärtigen Inhalt zukünftig noch erweitern. Andererseits werden wir halbjährlich mit der französischen Firma Histovery Kontakt haben, um vorhandene Visualisierungen unseren dann vorliegenden Besuchererfahrungen anzupassen, gegebenenfalls auch zu aktualisieren.  

  • Um die Einführung des Histopads gebührend zu feiern, lädt die Albrechtsburg Meißen zum Familienfest auf den Burghof. Die Festlichkeiten mit zahlreichen Attraktionen beginnen am Sonntag, 10 Uhr und enden am Abend gegen 18 Uhr.

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