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Alle für einen Spielplatz

Eine Elterninitiative baut einen Spielplatz in Gottschdorf. Dabei hatte sie sich die Aufgabe irgendwie einfacher vorgestellt.

© privat

Von Linda Hommel

Gottschdorf. Die Wochenenden sind gut gefüllt und die Abende auch. Die Eltern arbeiten in jeder freien Minute, um die Arbeiten an ihrem großen Projekt zu einem guten Ende zu bringen. Seit mehreren Jahren ist der Spielplatz in Gottschdorf in einem Zustand, welcher keine schöne Spielatmosphäre für die Kinder aufkommen lässt. Viel mehr stellt er eine Gefahrenquelle dar: Alu- und Stahlverkleidungen, notdürftig geflickte Spielgeräte und zum Teil abgebaute Geräte. Folglich kamen immer seltener Besucher. Daran musste sich nun endlich etwas ändern. Deshalb haben die Eltern in Gottschdorf ähnlich wie die Eltern in Schmorkau die Initiative ergriffen.

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Der Abriss begann im März. Alles wurde abgebaut, da der Spielplatz unter Wasser gestanden hatte. Durch eine Drainage wurde er trockengelegt und nun wird er wieder komplett neu aufgebaut. Dies wurde und wird von einem festen Kern aus fleißigen Gottschdorfern übernommen. Unter den Mitwirkenden ist auch Anja Meckert, welche sich mit besonders viel Engagement in die Organisation des Projektes stürzte.

Beispielsweise ergriff sie Eigeninitiative, holte sich die Gottschdorfer Bürgermeisterin ins Boot und bewarb sich bei der jährlichen Fanta-Initiative, welche Gelder für die Spielplätze zur Verfügung stellt, welche sich bei einer Abstimmung im Internet die meisten Stimmen holen. Anfang Mai schickte sie die Anmeldung ab. Die Bestätigung, am Wettbewerb teilnehmen zu dürfen kam im Juli. Und im August war klar, dass Sie sich über 1000 Euro freuen können. Schon im letzten Jahr nahm Gottschdorf an der Fanta-Initiative teil und belegte Platz 88. Damit erhielt das Dorf 1000 Euro für den Spielplatz, welche selbstverständlich in den Neuaufbau investiert wurden. Weitere Gelder sammelte und sammelt das Dorf immer wieder beim jährlichen Erntedankfest, beim Zampern, auch aus Spenden von Anwohnern, welche laut Anja Meckert gern etwas geben, seit sie sehen, dass sich tatsächlich etwas am Bauobjekt tut. Auch aus Vereinen des Dorfes, wie beispielsweise dem Brunnenfestverein, der Feuerwehr oder Sportvereinen und auch vom Jugendforum gibt es Mittel.

1 000 Euro bekommen

Eine Unterstützung gab es auch durch das Jugendforum. Bei Treffen werden jeweils die Projekte vorgestellt und in einer Abstimmung wurde schon im Sommer über die Verteilung von bereitgestellten 2000 Euro auf die Dörfer der Gemeinde Neukirch entschieden. Die Orte Neukirch und Koitzsch traten in diesem Jahr zurück und haben Gottschdorf und Schmorkau, welches ebenfalls das Geld für deren Spielplatz brauchte, den Vortritt gelassen. Beide Dörfer bekamen jeweils 1000 Euro. Das Jugendforum wurde unter anderem gefördert im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben“ und vom Landespräventionsrat. Die Organisation von finanzieller Unterstützung ist aber nicht alles.

Bei einer Versammlung des Brunnenfestvereins fand ein Brainstorming statt, um Ideen für die Gestaltung zu sammeln. Später wurde über die teilweise neuen Elemente für den Platz abgestimmt. Dabei hatten natürlich auch die Kleinen ein Mitspracherecht. So werden sich bald beispielsweise Wippe, Schaukel und Kletterwand auf dem Spielplatz befinden. Auch der bereits bestehende Volleyballplatz soll wieder erneuert werden. Nun hoffen alle Gottschdorfer, mit dem Neuaufbau einen Treffpunkt für Jung und Alt zu schaffen.