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Alle Räder stehen still bei der Zifru

Wirtschaft. Bei der Zittauer Fruchtveredlungs GmbH steht die Produktion still. Ein neuer Investor wird gesucht.

Von Sebastian Beutler

Getrocknete Früchte liegen scheinbar nicht im Trend. Seit Mai bereits produziert die Zittauer Fruchtveredlungs GmbH (Zifru) nicht mehr. Das bestätigte die Geschäftsleitung, die gegenwärtig auf der Suche nach einem neuen Investor ist. Die zuletzt knapp 40 Mitarbeiter wurden entlassen. Weitere Angaben will man aber zurzeit nicht machen.

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Krisen hat die Zifru seit ihrer Gründung 1997 durch sieben Gesellschafter, die überwiegend aus regionalen landwirtschaftlichen und gärtnerischen Betrieben stammen, schon viele erlebt. 2001 und 2003 stand das Unternehmen aus ganz unterschiedlichen Gründen ebenso vor dem Aus. Doch immer wieder konnte man sich berappeln.

Große Erwartungen begleiteten Ende der 90er Jahre die Gründung des Unternehmens und die millionenschwere Investition am Zittauer Hasenberg. Durch ein einzigartiges Verfahren sollte der Lebensmittelhandel revolutioniert werden. Das Zauberwort hieß Mikrowellen. Mit deren Hilfe können Früchte wie Gemüse getrocknet werden. Und zwar weitaus preiswerter als durch Gefriertrocknen. Mit der Verarbeitung von Obst und Gemüse aus der Region sollte der Gartenbau angekurbelt werden. Ein aussichtsreicher Plan, den auch Sächsische Aufbaubank, Landesregierung, Stadt und Landkreis unterstützten. Nach anfänglichem Erfolg unternahm die Firma 2000 und 2002 Erweiterungsinvestitionen. Dadurch können bis zu 1 200 Tonnen Trockenware im Jahr hergestellt werden. Im Rohzustand sind das rund 14 000 Tonnen Früchte und Gemüse.

Doch der Markt stellte sich nicht als so ergiebig heraus, Kooperationen scheiterten, weil die Partner Konkurs machten. Auch zeigte es sich, dass in der Region nicht so viel Rohmasse wie benötigt produziert wird, so dass auch die Transportwege länger wurden. So blieb der Absatz weit hinter den Erwartungen zurück, auch in der Region .

Die Zifru-Probleme haben nach Informationen der SZ auch Auswirkungen auf das Netzwerk Mikrowellentechnologie. Mit dessen Hilfe soll um Zittau ein Kompetenzzentrum entstehen. Gegenwärtig sind das Zentrum für angewandte Forschung (ZaF) und verschiedene Unternehmen aus der Region und darüber hinaus dabei, das Konzept zu untersetzen. Dann könnte das Bundesforschungsministerium bald grünes Licht für eine Millionen-Förderung geben.