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Das "blühende" Schlagloch

Anwohner der Dr.-Allende-Straße in Zittau kritisieren, dass die Schlaglöcher auf ihrer Straße immer mehr und größer werden. Nun will die Stadt reagieren.

Roswitha Knoblauch pflanzt symbolisch Blumen in ein Schlagloch auf der Dr.-Allende-Straße.
Roswitha Knoblauch pflanzt symbolisch Blumen in ein Schlagloch auf der Dr.-Allende-Straße. © Matthias Weber/photoweber.de

Nicht mal den Winter habe die letzte "Reparatur" überlebt, beklagt Roswitha Knoblauch. Vor zwei Jahren, kurz vor dem ersten Schnee, wurden die größten Schlaglöcher auf der Dr.-Allende-Straße in Zittau notdürftig geflickt, ein paar Monate später war die Straßendecke wieder aufgerissen und die Löcher bald größer als vorher. Mehrere Zentimeter sind manche inzwischen tief. Roswitha Knoblauch pflanzt symbolisch Blumen in eines dieser Schlaglöcher - um damit auf die Situation aufmerksam zu machen. 

Aber die Schlaglöcher werden nicht nur größer, es werden auch immer mehr. Ein Schlagloch reiht sich mittlerweile an das nächste. Das ärgert nicht nur Roswitha Knoblauch, die seit fast 40 Jahren in der Dr.-Allende-Straße 14 wohnt. Auch Nachbarin und Sportfreundin Bärbel Seidel kritisiert den Zustand der Straße im Neubaugebiet Zittau-Nord. Mit dem Fahrrad habe sie Angst, hier langzufahren. 

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So wie ihr geht es vielen. Das wird bei dem Vor-Ort-Termin schnell deutlich. Immer mehr Anwohner schildern ihre Erlebnisse. Besucher, die den schlechten Straßenzustand nicht kennen, befürchten sich ihr Auto zu beschädigen, meint Frau Seidel, die in der Nummer 4 wohnt.

Die Kritik der Anwohner findet bei der Stadt durchaus Gehör. Es werde derzeit eine Baumaßnahme auf der Dr.-Allende-Straße vorbereitet, teilt Stadtsprecher Kai Grebasch mit. Im Oktober soll die Straßendecke dann in zwei Abschnitten erneuert werden, kündigt Grebasch an. Begonnen werden soll demnach am südlichen Abschnitt, also dem Bereich ab Hausnummer 1. Die Maßnahme werde in zwei Abschnitten realisiert, um einerseits den Anwohnern während der Bauzeit Stellplätze zur Verfügung zu stellen und um andererseits hinsichtlich Wetterlage und Finanzierung flexibel zu sein, erklärt der Stadtsprecher.

Straße erneuern - und Tempo runter

Begeistert sind davon nicht alle. Ulrich Knoblauch befürchtet, dass die Autofahrer auf einer sanierten Straße noch schneller fahren. Denn neben den zahlreichen Schlaglöchern ist die Geschwindigkeit ein weiteres Problem. Erlaubt sind 30 Stundenkilometer. "Viele Jahre war das hier eine Spielstraße", erinnert sich Frau Knoblauch. Nach der Wende sei die Höchstgeschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde hochgesetzt worden. 

Doch mancher Autofahrer sei schneller unterwegs - trotz der engen, mit Schlaglöchern übersäten Straße. An der Einfahrt der Einbahnstraße stehe zwar seit ein paar Monaten ein Schild, das auf den schlechten Straßenzustand hinweist, aber viele scheint das nicht zu stören. "Sie kommen hier vorbeigepfiffen", erzählt die Anwohnerin. 

Zum Leidwesen der Fußgänger. Schon beim Gang über die Straße zu den Mülltonnen müsse sie sehr vorsichtig sein, nicht umgefahren zu werden, berichtet Roswitha Knoblauch. Ihre Mutter lasse sie deshalb auch nicht mehr allein mit dem Rollator fahren. Sie fordert deshalb, dass die Straßenerneuerung mit einer Verringerung der Geschwindigkeit einhergehen sollte. "10 Kilometer pro Stunde wären gut", findet die 69-Jährige.

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