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Alles ist offen

Welterbe. Die Deutsche Unesco-Kommissionhat gestern getagt. Dabei war Antje Hermenau, Chefin der Grünen im sächsischen Landtag.

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Auf der Unesco-Tagung in Vilnius ab 8. Juli stehen die Problemfälle Dresden und Köln. Welche Schlussfolgerungen zieht die Deutsche Kommission DUK?

Das Kölner Beispiel zeigt, dass Bund, Länder und die Deutsche Kommission ein Verfahren erarbeiten müssen, um derartige Konflikte zeitiger zu erkennen und zu vermeiden. Es geht beim Welterbetitel nicht nur um Prestige, sondern um konkrete Verpflichtungen.

Der Kölner Dom wurde vom Welterbekomitee auf die Rote Liste gesetzt. Wie geht es jetzt weiter?

Die Situation in Köln wird als offen eingeschätzt. Ich denke, Köln hätte es verdient, von der Roten Liste wieder runter zu kommen. Entscheidend für das Umdenken war ein unabhängiges Gutachten, das neue Diskussionen und Entscheidungen eröffnet hat.

Was bedeutet das für den Konflikt um die Waldschlößchenbrücke in Dresden?

Der Fall hat überregional eine große Öffentlichkeit gefunden. Da gab es schon Kopfschütteln darüber, dass sich eine weitere Stadt ähnlich sturköpfig benimmt wie Köln. Die Stadt hat erst seit Ende 2005 direkt mit der Unesco kooperiert. Die Deutsche Unesco-Kommission fühlte sich eigentlich ermutigt, weil Dresden freiwillig ein nochmaliges Gutachten in Auftrag gegeben hat. Die konkrete Entscheidung lässt sich aber schwer einschätzen. Entschieden wird in Vilnius.

Gespräch: Bettina Klemm