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Alles neu macht der Sommer

In den Zittauer Geschäften und Cafés wird derzeit viel gebaut. Unter anderem bei einem Bäcker und einem Optiker.

Die beiden Kronleuchter sorgen für Wiener Charme im neu gestalteten Café Schedel in Zittau.
Die beiden Kronleuchter sorgen für Wiener Charme im neu gestalteten Café Schedel in Zittau. ©  Rafael Sampedro

Der erste Blick der Kunden fällt meist auf die beiden Kronleuchter, die die Sitzecke hell erleuchten. Sie sind das markanteste Zeichen, dass sich das Café Schedel am Zittauer Rathaus verändert hat. Bisher wurden die Café-Tische von Strahlern beleuchtet. Da sei es immer etwas dunkel gewesen, sagt Manuela Schedel, die zusammen mit Sohn Brain die traditionsreiche Bäckerei leitet. Nun strahlt es viel heller - auch dank des neuen LED-Lichts, welches installiert wurde. 

Nach einem Vierteljahrhundert sei es mal nötig gewesen, das Café zu renovieren, findet die Chefin. Die Elektrik musste überholt werden und auch die Bestuhlung sah nach einer so langen Zeit nicht mehr wirklich schön aus. Die Café-Tische aus italienischem Granit sind aber erhalten geblieben. Die seien heutzutage nur ganz schwer zu bekommen. Die Tische seien aber auch noch in gutem Zustand, meint Frau Schedel. Dafür wurde der Fußboden teilweise erneuert. 

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Zwei Wochen war das Café wegen des Umbaus geschlossen. Das ist das erste Mal seit Jahren. Eigentlich öffnen Schedels ihr Café, das sie seit 1994 betreiben, 365 Tage im Jahr. Auch sonntags. Dann laufe das Geschäft mit am besten. Frühmorgens kommen die Kunden vorbei, um sich frische Semmeln zu holen. Sonntags frische Brötchen - diesen Service bietet nicht jede Bäckerei in Zittau an. Und am Nachmittag schauen Alt und Jung herein, um sich mit Kaffee und Kuchen den Sonntag zu versüßen. Ab sofort können sie das in einem noch schöneren Ambiente. Das Café hat etwas von Wiener Charme. 

Manuela Schedel öffnet das Café am Rathaus 365 Tage im Jahr.
Manuela Schedel öffnet das Café am Rathaus 365 Tage im Jahr. ©  Rafael Sampedro

Es ist der erste größere Umbau im Café Schedel in den vergangenen 25 Jahren. Bereits 2012 wurde im Nachbarraum, einem ehemaligen Weingeschäft, eine Raucherlounge eingerichtet. Für die aktuelle Neugestaltung erhielt die Bäckerei Schedel Mittel aus dem städtischen Förderprogramm für kleine Unternehmen. "Wir haben aber nur für Licht und Elektrik eine Förderung beantragt", erklärt Manuela Schedel. Fußboden und Bestuhlung wurden komplett auf eigene Kosten erneuert. Schedels sind froh über die Förderung der Stadt. Den Umbau hätten sie notfalls auch ohne sie realisiert. "Er war einfach nötig", steht für die Chefin fest.

Gleichzeitig will die traditionsreiche Bäckerei mit ihren Mitbewerbern mithalten, die sich in den vergangenen Jahren rund um den Zittauer Markt angesiedelt haben. Das funktioniert bisher ganz gut. Nachdem 2015 eine Löbauer Großbäckerei ein Café an der Westseite des Marktes eröffnet hatte, sei der Umsatz bei Schedels relativ stabil geblieben, sagt die Chefin. "Qualität setzt sich eben durch", meint sie.

Die Idee mit den Kronleuchtern hat sie übrigens von einem Mitbewerber übernommen. Keine schlechte, wie sich seit der Wiedereröffnung zeigt. Das Café hat nun einen richtigen Hingucker.

Auch mobilcom-Shop wurde umgestaltet

Der Servicetisch ist größer geworden und bietet den Kunden nun auch Sitzmöglichkeiten.
Der Servicetisch ist größer geworden und bietet den Kunden nun auch Sitzmöglichkeiten. © Jan Lange

Eine Woche ist auch der mobilcom-Shop in der Frauenstraße umgebaut worden. "Es ging alles ganz schnell", ist Shopmanagerin Anika Kowall zufrieden. Die Wände wurden neu gestrichen, Putz und Deckenplatte erneuert. Außerdem gibt es nun einen größeren Servicetisch, an dem drei Berater Platz finden. Und auch die Kunden finden nun eine Sitzmöglichkeit - wenn es mal etwas länger dauert. 

Die einzelnen Filialen werden eine Zeit beobachtet und bei Bedarf den Kundenbedürfnissen angepasst. Und da der mobilcom-Shop in Zittau eine Reihe älterer Kunden hat, gibt es nun Sitzmöbel für Berater und Kunden.

Ein zusätzlicher Service ist die neue Ladestation. Wenn die Kunden merken, dass ihr Handy leer ist, können sie es kostenfrei im mobilcom-Shop aufladen. Im Schaufenster ziehen LED-Präsentationen die Blicke der Passanten auf sich. Darüber hinaus können sie auf einem kleinen Bildschirm das Wetter und aktuelle Nachrichten aus aller Welt verfolgen. Die Umgestaltung hat das Mobilfunkunternehmen komplett aus eigener Tasche bezahlt, ohne städtische Förderung.

Optiker erneuert Ladengeschäft

Eigentlich wollte Jürgen Dreßler ab 29. Juli wieder Kunden in seinem Optikergeschäft am Zittauer Markt empfangen. Doch beim Umbau gab es kleinere Verzögerungen, sodass er den Termin der Wiedereröffnung nun auf den 1. August verschieben musste. "Dann wird es aber definitiv wieder offen sein", sagt er mit Nachdruck. Die alte Verkaufseinrichtung, die schon unter seinem Vater Achim ihren Zweck erfüllte, ist jetzt durch neue Möbel ersetzt worden. Außerdem wurde die Zwischendecke entfernt, sodass der Laden nun mehr als einen Meter höher ist als zuvor. 

Darüber hinaus musste der Fußboden erneuert werden, was ein Grund für die Verzögerung ist. Bei den Seitenwänden zu den Nachbargeschäften zeigte sich auch, dass sie aus schlechtem Material sind, sodass zusätzlich eine Trockenbauwand hochgezogen werden musste. Das war ein weiterer Grund für den verspäteten Abschluss des Ladenumbaus.

Die Neugestaltung des Ladens sei schon länger geplant gewesen. Nun wurde sie mit einem Zuschuss aus dem Förderprogramm der Stadt Zittau realisiert. "Ohne diese Mittel hätten wir den Umbau vielleicht erst nächstes Jahr gemacht", sagt Jürgen Dreßler. Da aber die Förderung nur noch dieses Jahr zur Verfügung steht, wurde das Vorhaben kurzerhand vorgezogen.

Das Optikergeschäft besteht seit 72 Jahren, 1947 gründete Augenoptikermeister Erich Scholz das Unternehmen. 1972 übernahm Achim Dreßler, der zuvor schon einige Jahre hier als Angestellter gearbeitet hatte, das Geschäft. Seit 2005 führt es Jürgen Dreßler weiter.

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