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Alles über die Königshainer Haussteine

Die Steinhocker sehen verblüffend echt aus. Und so mancher Besucher fragt auch erst vorsichtig nach, ob er sich wirklich daraufsetzen darf. Das darf er. Der Witz an der Sache: Die Hocker bestehen gar nicht aus Granit.

Die Steinhocker sehen verblüffend echt aus. Und so mancher Besucher fragt auch erst vorsichtig nach, ob er sich wirklich daraufsetzen darf. Das darf er. Der Witz an der Sache: Die Hocker bestehen gar nicht aus Granit. Sie sind mit Stoff bezogen.

Um den Naturstein geht es hier aber auf jeden Fall. Denn die ehemalige Küche der Steinbrucharbeiter hat sich in einen neuen Ausstellungsteil verwandelt. Damit ist das Granitabbaumuseum komplett. Das, was über die Geologie des kleinsten deutschen Mittelgebirges gesagt werden muss, findet der Besucher auf wenigen Quadratmetern interessant, verständlich und unterhaltsam aufgearbeitet. Vor allem Jörg Büchner vom Görlitzer Senckenberg Museum für Naturkunde, Anja Köhler vom Museumsverbund, der Sparkassenstiftung und die Firmen, die das Projekt unterstützten, ist das zu verdanken. Über das Ergebnis können sich die Gäste am Sonntag ein Bild machen. Dann öffnet das Museum.

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Den neuen Ausstellungsbereich in der alten Küche einzurichten, war für die Beteiligten schon ein harter Brocken. Denn der eigenwillig geschnittene Raum besitzt nur eine rechtwinklige Ecke und so manche Nische. Für den Museumsverbund, der das Haus betreibt, war aber gerade das eine weitere Herausforderung, bestätigt Museologin Anja Köhler. So wurde zum Beispiel dort, wo sich mal der Speiseaufzug befand, ein Schrank eingebaut. Seine Front erinnert von der Gestaltung her an einen Stein mit Einschlüssen. Die dafür typischen länglich-ovalen Formen dienen als kleine Glasfenster. Durch sie lässt sich ein Blick in das Innenleben werfen. Der neue Schau- und Erkundungsteil lässt sich auch bestens in die museumspädagogischen Projekte für Kinder einbinden. Das, was sie auf den Schautafeln erfahren und mit ihren Händen entdecken können, führt draußen in der Natur zu weiteren Aha-Effekten. Denn der aus Feldspat, Quarz und Glimmer bestehende Granit ist in den Königshainer Bergen bis heute zu Hause.

Die Ausstellung ist inhaltlich und optisch so gestaltet worden, dass sie Kinder und Erwachsene gleichermaßen anspricht und auf eine passende Art und Weise informiert. Für die Jüngsten bedient sich Pflasterstein „Grinat“ mehrerer Schautafeln auf Kniehöhe, um Neugierde zu wecken. Ob auch die Erwachsenen auf dem kleinen Rundgang aufmerksam waren, können sie am Ende mit einer Lupe herausfinden. Dann geht es um die fünf verschiedenen Granitarten in der Lausitz.

Sonntag, 14 bis 17 Uhr, traditioneller Saisonauftakt im Granitabbaumuseum Königshainer Berge mit Führung.