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Allianz gegen Rechts

Pirna. Sozialdemokraten beiderseits der Grenzebilden Allianz gegen Rechtsextremismus.

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Von Klaus Fiedler

Wir müssen gemeinsam wachsam sein. Das ist das Fazit einer gemeinsamen Beratung von Sozialdemokraten der Euroregion Elbe/Labe. Die trafen sich in der Geschäftsstelle des SPD-Unterbezirkes in Pirna zu einer Gesprächsrunde über grenzüberschreitende Erscheinungen des Rechtsextremismus. Der Informationsbedarf des tschechischen Partners CSSD war groß. Und so informierte Manfred Lindemann vom Netzwerk Sachsen gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Fremdenfeindlichkeit über die Aufgaben des Vereines. Im Gespräch erfuhren die Teilnehmer Näheres über die d verbotenen Skinheads Sächsische Schweiz (SSS), über die Arbeit an den Schulen und über das Programm für Aussteiger aus der rechtsextremistischen Szene.

Oto Neubauer, Bürgermeister der tschechischen Kleinstadt Trmice (bei Aussig), deren Partnerstadt Königstein ist: „Wir machen uns schon Gedanken über das Erstarken der NPD. Bei uns spielen die Rechtsextremisten eine untergeordnete Rolle. Sie sind in den Stadträten und Parlamenten nicht vertreten. Lindemann erklärte: „Die Demokratie ist in Deutschland verwurzelt. Trotz hoher Arbeitslosigkeit ist die Situation nicht vergleichbar mit den 30er Jahren in Deutschland.“ Doch Rechtsextremismus verbreitet sich auch über Ländergrenzen hinweg. Die Behörden in der Schweiz beschäftigen sich momentan besonders intensiv mit Erscheinungen des Rechtsextremismus. In einer europaweiten Ausschreibung hat sich die Schweiz für das inzwischen bewährte Programm des Netzwerk Sachsen entschieden, so Lindemann.

Festgestellt wurde im Gespräch, dass sich bei rechten Skinheadkonzerten in Tschechien deutlich die Kooperation mit der deutschen Seite verstärkt hat. Derzeit, so Lindemann, gibt es in der rechtsradikalen Szene Sachsen 50 Kameradschaften mit zehn bis 15 Mitgliedern. Das Einsteigeralter liegt bei zwölf, 13 Jahren. Oftmals merken die Eltern zu spät, wo die Kinder ihre Freizeit verbringen.

Neubauer: „Ich bin froh, dass es Vereine wie das Netzwerk Sachsen gibt. Wir müssen eine Allianz zwischen Eltern und Schule gegen jedwede Form des Rechtsextremismus und der Fremdenfeindlichkeit schmieden.“ Die Sozialdemokraten der Euroregion wollen dafür noch enger zusammenrücken.