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Alltagsbegleiter helfen im Alter

Fünf Ruheständler sind seit dem Frühjahr bei der Wohnungsgenossenschaft im Einsatz. Das Projekt kommt an.

Von Sylvia Mende

Alltagsbegleiter hat es schon immer gegeben. Sie wurden nur nicht so genannt. Es war einfach Nachbarschaftshilfe. Meist wurde sie nur von denjenigen gewürdigt, die die Unterstützung bekamen. Nun ist das anders. Seit diesem Jahr gibt es das soziale Projekt Alltagsbegleiter. Für das hatte sich die Wohnungsgenossenschaft Hartha (WGH) beworben und auch den Zuschlag bekommen.

Pioniergeist und Weitblick in Naturkosmetik vereint
Pioniergeist und Weitblick in Naturkosmetik vereint

Für Hautbedürfnisse gilt dasselbe wie für Beziehungen oder Arbeitssituationen: Die richtige Balance sorgt für langfristiges Wohlbefinden. Charlotte Meentzen hat schon damals verstanden, dass schöne Haut am erfolgreichsten zusammen mit dem Geist gepflegt wird.

Seit Mai gibt es nun fünf Alltagsbegleiter, die sich teilweise um mehrere ältere Leute kümmern. Dabei geht es nicht um Pflege, sondern um die Hilfe beim Einkauf, bei Behördengängen oder bei einem Arztbesuch. Aber auch kleinere Hilfen im Haushalt wie das Wechseln einer Glühbirne, gemeinsames Kochen und Einkaufen oder ein entspannter Lese- und Kaffeenachmittag bieten Möglichkeiten der Unterstützung.

„Unser Projekt ist gut angelaufen“, sagte Angelika Krawtschenko, Mieterbetreuerin bei der WGH. Dabei habe sie anfangs nicht so recht gewusst, wie sie das Projekt anpacken, Alttagsbegleiter und diejenigen finden soll, die Hilfe benötigen. „Ich kann ja nicht einfach die Leute so ansprechen. Schließlich muss die Aufgabe mit innerer Überzeugung übernommen werden und die Chemie zwischen den Leuten stimmen“, sagte Angelika Krawtschenko. Dann wurde es leichter als gedacht. Ein Ehepaar im Haus, in dem sich die Verwaltung der WGH befindet, bekommt von einem Ruheständler Hilfe. „Wir haben ihn angesprochen und erfuhren so, dass es noch andere rüstige Senioren gibt, die diejenigen unterstützen, die Hilfe brauchen“, so die Mieterbetreuerin. So hat sich alles ergeben.

„Jetzt haben wir sogar Anfragen von Leuten, die ebenfalls Alltagsbegleiter werden wollen“, sagte Krawtschenko . Allerdings sei das Projekt bis Ende des Jahres und auf fünf Personen begrenzt. Die WGH würde gern mehr Alltagsbegleiter einsetzen, denn die Zahl der älteren Mieter, die keine Angehörigen haben oder die nicht in der Nähe wohnen, steigt.

„Das ist kein Problem“, sagte Sandra Möckel von der Koordinierungsstelle Alltagsbegleiter. Bis zum 31. Oktober ist ein neuer Antrag zu stellen. Mit diesem kann auch die Zahl der eingesetzten Alltagsbegleiter erhöht werden. Eine Beschränkung nach oben gibt es nicht. Nur die Mindestanzahl von fünf Alttagsbegleitern ist gesetzt. Ein Projektjahr geht immer vom 1. Januar bis zum 31. Dezember. Ob es für nächstes Jahr Fördergeld gibt, kann Sandra Möckel nicht sagen. Sie hofft es sehr, da es von vielen Stellen eine positive Resonanz gibt.

Die Altersbegleiter treffen sich regelmäßig mit Angelika Krawtschenko in der Begegnungsstätte, um über ihre Erfahrungen bei ihrer Tätigkeit zu sprechen. Bei den Alltagsbegleitern handelt es sich um langjährige Genossenschaftsmitglieder. Auch wenn sie ihre Sache gern und mit viel Engagement machen, wollen sie nicht namentlich erwähnt werden. „Teilweise schämen sich die Leute, dass sie für das, was sie sonst auch machen, Geld bekommen“, sagte die Mieterbetreuerin.