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Weißwasser

Alpakas bekommen begehbares Gehege

Auch sonst gibt es im Tierpark Weißwasser viel zu tun, um die Anlagen winterfest zu machen. Ein Besuch lohnt trotzdem.

Im ehemaligen Zebragehege entsteht ein begehbares Gehege für die Alpakas.
Im ehemaligen Zebragehege entsteht ein begehbares Gehege für die Alpakas. © Foto: Constanze Knappe

Weißwasser. Die überaus neugierigen Emus im Tierpark Weißwasser haben normalerweise die Handtaschen der Besucherinnen im Blick. Seit einiger Zeit beäugen die großen Vögel stattdessen aber mit wachsendem Interesse, was sich im Gehege nebenan so tut. Der neue Zaun steht bereits, das Fundament für einen Stall ist gesetzt. Nachdem die Zebrastute an Altersschwäche verstorben war, soll nun ihr ehemaliges Gehege mit dem benachbarten der Emus und Alpakas zusammengelegt werden – und begehbar werden. 

Die Bauarbeiten sind in vollem Gange. Demnächst ist der Zwischenzaun dran. Der Umbau geht nur abschnittsweise, weil die Tiere in der Zwischenzeit ja irgendwo bleiben müssen. Wenn die eine Hälfte fertig ist, ziehen Alpakas und Emus um. Dann geht der Bau in ihrem jetzigen Gehege weiter. Tierparkleiter Gert Emmrich hofft, dass der Winter noch etwas auf sich warten lässt. Dann könnten die Arbeiten bis dahin fortgesetzt werden.

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Mit dem Ende der Sommerzeit ist im Tierpark die eigentliche Saison zu Ende. Und dennoch lohnt sich ein Spaziergang im Zoo auch in der kalten Jahreszeit. Selbst der Weihnachtsmann schaut am 3. Dezember vorbei. Nach der Zeitumstellung müssen sich die meisten Zoobewohner umgewöhnen. Da die Tierpfleger jetzt sozusagen – sprich gefühlt – eine Stunde später mit dem Dienst beginnen, scharren einige Vierbeiner schon ungeduldig mit den Hufen und warten auf ihr Frühstück. Zu Beginn der Sommerzeit sei es der umgekehrte Effekt, dann blinzeln die Tiere in den ersten Tagen den Pflegern morgens noch ganz verschlafen entgegen, so Gert Emmrich. Dass es jetzt merklich zeitiger dunkel wird, stört die Tiere hingegen nicht. Es sei sogar leichter, sie in den Stall zu kriegen. Die meisten gehen, was im Sommer längst nicht immer der Fall ist, alleine rein.

Wie überall liegt auch im Tierpark buntes Herbstlaub auf den Wegen. Und selbst Braunbärin Mascha ist mit Laub beschäftigt. Unmengen davon bringt sie in ihre Behausung. „Wenn die Bären das so machen, geht es auf den Winter zu“, hat mal jemand Gert Emmrich gesagt. Er schmunzelt darüber. Belegen kann er das nicht. Der Spruch klingt fast wie eine Bauernweisheit, aber an denen ist bekanntlich ja immer etwas dran. Der Tierpark stellt sich jedenfalls darauf ein. Er wird in diesen Tagen quasi winterfest gemacht. Sämtliche Wasserhähne im Gelände werden abgestellt. Das gilt normalerweise auch für die Pumpe, die den Teich versorgt. Doch wegen der auch in diesem Jahr anhaltenden Trockenheit ist sie schon geraume Zeit stillgelegt. Zum Abstumpfen der Wege liegen Sand und Kies bereit, ebenso die Geräte zum Schneeschieben. Die Ställe und andere Unterkünfte wurden überprüft, ob sie in Ordnugn sind, die Heizungen in den Tierhäusern sind bereits eingeschaltet. Teilweise jedenfalls, da es ja tagsüber noch immer ziemlich warm ist. Bei den Wellen- und den Nymphensittichen wurden die Seitenwände der Volieren mit Schilfmatten bedeckt, damit der Wind nicht so durchpfeift. Um Degus und Meerschweinchen vor Kälte zu schützen, wurden die Gitter an den Gehegen durch dicke Plexiglasscheiben ersetzt.

Die Schildkröten sind als wechselwarme Tiere die einzigen Bewohner im Zoo, die noch vor den ersten Frösten umziehen. Sie verbringen den Winter bei kühlen, aber frostfreien 7 bis 10 Grad Celsius im Keller, was ihrem Naturell entspricht. Alle anderen Zoobewohner können in der kalten Jahreszeit selbst entscheiden, ob sie sich drinnen oder draußen aufhalten möchten. Kälte und Schnee sind dabei kein Problem. Nässe und Matsch dafür umso mehr.

Wintervorrat ist für den Tierpark kein Thema. Zum einen, weil viel frisches Obst und Gemüse, auch frisches Fleisch gefüttert wird. Und zum anderen verfügt die Einrichtung gar nicht über die nötigen Lagerkapazitäten. Wie von Gert Emmrich zu erfahren ist, hält der Tierpark Trockenfutter für zwei Wochen vor. Auch jede Menge Nüsse, die von Bürgern aus Weißwasser gespendet wurden. Heu lagert bei den Erzeugern, Möhren ebenso. Wenn es kälter wird, wird der Anteil an Nassfutter reduziert. Es gibt kleinere Portionen. Obst und Gemüse werden dorthin gestellt, wo es nicht gefrieren kann. Das gilt selbstverständlich auch für die Wassernäpfe. Wie im trockenen Sommer ist damit auch im Winter ein erhöhter Aufwand verbunden. Die Tiere bekommen mehrmals täglich angewärmtes frisches Wasser. Schließlich soll keins von ihnen an der Tränke eine Eisschicht aufbrechen müssen.

Fleißige Helfer gesucht

Nach dem goldenen Oktober hat mit dem November nun die eher unbeliebte Zeit des Herbstes begonnen. Im Zoo heißt das: Laub harken, Laub harken und nochmals Laub harken! Da passt es gut, dass der Tierpark auch 2019 wieder in die Aktion „Weißwasser räumt auf“ integriert wurde. Gert Emmrich ist dankbar für den Einsatz der freiwilligen Helfer und hofft, dass auch in diesem Jahr wieder viele fleißige Hände dem Laub zu Leibe rücken. „Die schaffen ordentlich was weg“, hat er im Vorjahr festgestellt. Einen ersten leichten Frost gab es schon. Bevor es richtig kalt wird, will man vorbereitet sein.

Tierpark Weißwasser, Teichstraße 56. Geöffnet ist ab November täglich 9 bis 16 Uhr. Tel. 03576 208366. web www.tierpark-weisswasser.de