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Als am Freitag, dem 13. ganz Radeberg in Flammen stand

Genau 300 Jahre nach dem verheerenden Radeberger Stadtbrand lädt die SZ zu einem spannenden Historie-Abend ein.

Natürlich. Es war ein Freitag, der 13. Damals – am 13. Juli 1714 – stand die Stadt Radeberg erstmals lichterloh in Flammen. Kirche, Schule, Rathaus, drei Torhäuser, mindestens 108 Bürgerhäuser und 15 Scheunen brannten komplett nieder, über 600 Einwohner waren obdachlos. Eine erschreckende Bilanz. Das Ganze jährt sich also in gut einem Monat zum nunmehr 300. Mal. Grund für die Radeberger SZ, einen spannenden Abend zu organisieren, der an dieses tragische Ereignis erinnert. Wie schon beim großen „SZ-Napoleon-Tag“ im vergangenen Jahr, als wir an den Radeberg-Besuch Napoleons kurz vor der Völkerschlacht erinnert hatten, wird Regionalhistoriker Hans-Werner Gebauer wieder gemeinsam mit Bierkutscher Ernst auf Tour durch die Stadt gehen, um an Originalschauplätzen zu erklären, wie es damals zu diesem verheerenden Brand gekommen war. Von der Stadtkirche aus geht es dann durch die Innenstadt bis zur Gaststätte „Papperlapapp“ an der Röderstraße. Dort wird Hans-Werner Gebauer dann noch einen Abschluss-Vortrag halten – und die Wirte werden hier dann ein kleines „Stadtbrand-Menü“ servieren: Löschwasser – eine Bowle in den Stadtfarben – und eine Rauchwurst.

Und wie war es nun zu diesem schlimmen Brand gekommen? An jenem 13. Juli 1714 hatte in den Abendstunden ein schweres Gewitter für das Inferno gesorgt. Mehrere zündende Blitzeinschläge in der Innenstadt verwandelten die Bürgerhäuser in Ruinen. Vorausgegangen waren sehr heiße Tage. Die durchweg strohgedeckten und mit Holz und Lehm erbauten Stadthäuser boten den Flammen daraufhin reichlich Nahrung. Die Feuerlöschgeräte waren in ihrer Hauptsache bei der Kirche aufbewahrt, sodass erst jeder Löschwillige dorthin musste. Doch noch schlimmer war, dass es an Löschwasser fehlte. An heißen Sommertagen war das einst immer ein Problem gewesen. Ein sich bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts im Marktbereich befindlicher Tümpel war verlandet und überbaut worden. Blieb die Röder – und dafür brauchte es lange Eimerketten. Doch das hatten die Einwohner nicht geübt … Also versuchten die Radeberger mit Erde und Sand zu löschen, ein armseliger Versuch, denn durch das Gewitter begann die Stadt, an mindestens vier Stellen gleichzeitig zu brennen. Andere Quellen sprechen gar von acht Einschlägen. Es entwickelte sich ein regelrechter Feuersturm, der mit seinem Funkenflug immer wieder neue Nahrung fand. Noch am 17. Juli sollen die Trümmer geraucht haben.

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Es wird also eine Menge zu erzählen geben, beim SZ-Abend. Der wird allerdings nicht am 13. Juli, sondern bereits am 11. Juli stattfinden – einfach, weil der 11.  ein Freitag ist und somit besser zum eigentlichen Datum passt. Treffpunkt wird dabei um 19 Uhr an der Stadtkirche sein. Die Tickets  gibt es ab Montag in der SZ-Redaktion an der Hauptstraße und können auch per Telefon oder E-Mail vorbestellt werden.