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Als junge Frau viel herumgekommen

Klara Schiffel hat erreicht, was sich viele wünschen. Sie ist 100 Jahre alt geworden.

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Von Frank Korn

Mit wachen Augen blickt Klara Schiffel den Besucher an. Sie nimmt die Glückwünsche zum 100. Geburtstag mit einem Lächeln entgegen, stellt ihren Gehstock an die Tür und lässt sich auf einem Stuhl nieder.

Klara Schiffel hört etwas schwer und das Gehen fällt ihr nicht leicht. Der Geist jedoch ist hellwach. Täglich liest sie Zeitung. „Meist nur die Überschriften und kleinere Artikel, sonst wird es zu anstrengend für die Augen“, sagt sie. Auf das Geheimnis ihres langen Lebens angesprochen, kann sie keine richtige Antwort geben. Sie hat viel erlebt, ist auch als junge Frau viel herumgekommen. „Ich hatte Anstellungen als Dienstmädchen in Thale, Bielefeld und Münster“, erzählt Klara Schiffel. Während des Zweiten Weltkrieges war sie für ein Jahr in Berlin dienstverpflichtet.

Durch die Hochzeit mit ihrem Helmut im Jahr 1942 konnte sie aber wieder nach Töpeln ins Haus ihrer Eltern zurückkehren. Besonders die Zeit nach dem Krieg sei nicht einfach gewesen, sagt Klara Schiffel. Nach dem Tod der Eltern zog sie 1966 nach Mockritz, wo sie in einem Haus mit Sohn Jürgen und dessen Frau Gudrun lebt. Am Sonnabend soll der runde Geburtstag mit der Verwandtschaft, zu der auch vier Urenkel gehören, gefeiert werden.