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Als Täve Schur zum Sieg gratulierte

„Rund um Sebnitz“ hat viele Geschichten geschrieben. Ein früherer Radsportler erinnert sich an seinen größten Erfolg.

Michael Uhlmann mit Fotos von früher: 1969 war sein Jahr.
Michael Uhlmann mit Fotos von früher: 1969 war sein Jahr. © Daniel Schäfer

Wenn sich am Sonntag weit über hundert Radprofis bei „Rund um Sebnitz“ über den bergigen Kurs quälen, kommen bei einem ganz besondere Erinnerungen hoch. Michael Uhlmann ist das Rennen vor 50 Jahren selbst gefahren. Als 12-Jähriger war er damals schneller als alle anderen in seiner Altersklasse und wurde DDR-Meister. Ein Schwarz-Weiß-Foto zeigt ihn bei der Siegerehrung auf dem Sebnitzer Markt.

Michael Uhlmann bei der Siegerehrung auf dem Sebnitzer Markt.
Michael Uhlmann bei der Siegerehrung auf dem Sebnitzer Markt. © privat, Repro: Daniel Schäfer

Der Junge aus Fürstenwalde saß damals erst seit einem Jahr im Rennsattel und galt als hoffnungsvolles Talent. Zwei Runden mussten die über 70 Nachwuchsfahrer in der Klasse „Schüler B“ damals absolvieren. An den steilen Anstieg an der Dr.-Steudner-Straße erinnert sich Michael Uhlmann noch genau. „Da sind alle abgestiegen und haben geschoben“, sagt der heute 62-Jährige. „Ich bin hochgefahren.“ Schon zuvor hatte er in seinem Heimatbezirk Frankfurt (Oder) sämtliche Rennen gewonnen.

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Dabei waren die Vorbereitungen auf das große Rennen in Sebnitz anders verlaufen als geplant. Während seine Sportkameraden eine Woche ins Trainingslager fuhren, musste Michael Uhlmann zu Hause bleiben. Seine Noten in einigen Fächern waren zu schlecht, deshalb durfte er nicht mit. Letztlich verhalf ihm das zum Sieg. „Die anderen waren alle fertig vom Trainingslager, ich war ausgeruht“, erzählt er. Auf den Titel von damals ist er bis heute stolz. Ebenso darauf, dass ihm Radsportidol Täve Schur damals auf dem Sebnitzer Markt persönlich zum Sieg gratulierte. „Das ist ein unvergessliches Erlebnis meiner Kindheit.“

Starter des Hauptrennens 1969 bei der Abfahrt durch die Eisenbahnbrücke.
Starter des Hauptrennens 1969 bei der Abfahrt durch die Eisenbahnbrücke. © privat, Repro: Daniel Schäfer

Der DDR-Meister-Titel als Schüler sollte der größte Erfolg seiner Radsportkarriere bleiben. Im Sommer 1974 war Michael Uhlmann schon für die Friedensfahrt nominiert, doch kurz zuvor musste er sich wegen gesundheitlicher Probleme vom Leistungssport verabschieden. Er studierte später Musikpädagogik und war als Musiker und Dozent unterwegs.

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Seit Dezember 2018 lebt der gebürtige Brandenburger in Pirna. Die Liebe zum Wandern hat ihn ins Elbsandsteingebirge gezogen. Radtouren unternimmt er bis heute. Für den 21. September, den 50. Jahrestag seines Sieges, hat er ein paar Freunde nach Sebnitz eingeladen, um das Jubiläum zu feiern.

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