SZ +
Merken

Alt-Regeln für Winterdienst bei Neu-Schnee

Eine neue Satzung sollte bis Ende des Jahres klären, wer Schnee schippen muss. Nun will sich die Gemeinde aber mit den Details befassen.

Teilen
Folgen

Von Arkadius Guzy

Die Gemeinden sind erleichtert, dass sie schon ein Stück des Winters ohne Räumdienst überstanden haben. So auch in Kodersdorf. „Im Vergleich zum vergangen Jahr haben wir bereits 15 Tage ohne Schnee“, sagte Bürgermeister René Schöne im Gemeinderat. Auch die Bürger sind von der lästigen Aufgabe verschont geblieben, Schnee schieben zu müssen. Und sollte es bis zum Ende des Jahres doch noch schneien, haben auch die Säricher Glück – zumindest eine Straßenseite. Denn eigentlich wollte die Gemeinde noch in diesem Monat die Reinigungs- und Winterdienstpflicht der Grundstückseigentümer neu regeln und an den aktuellen rechtlichen Stand anpassen. Doch die Straßenreinigungssatzung kommt erst 2012, da der Beschluss vertagt wurde.

Die Neufassung soll eine Besonderheit berücksichtigen, die im Augenblick vor allem auf Särichen zutrifft: Dort gibt es einen einseitigen Fuß- und Radweg. Damit sich niemand beklagen kann, dass der Bürgersteig ausgerechnet auf seiner Seite entlangläuft, wird der Winterdienst zwischen den Anliegern und den Hausbesitzer auf der gegenüberliegenden Seite aufgeteilt. Im jährlichen Wechsel sind sie dafür verantwortlich, Schnee auf dem Weg zu schippen. In geraden Jahren sind die Eigentümer auf der Gehsteigseite an der Reihe, in ungeraden Jahren die auf der anderen Straßenseite. Auch für die Fälle, dass zwei oder gar drei Häuser hintereinander stehen, gibt es eine Vorschrift, wer zum Schneeschieber greifen muss. Die Hinterleute können sich nicht verstecken.

Liste beschreibt die Aufgaben

„Der Teufel steckt im Detail“, sagte Schöne. Denn was passiere zum Beispiel, wenn auf einer Seite nur ein Feld liege, so Schöne. Lutz Diedtemann schlug vor, es den Anliegern zu überlassen, eine Regelung zu finden. Doch das, zeigte sich Schöne überzeugt, werde nicht funktionieren. Deshalb wird die Satzung um eine Liste erweitert. „Wir müssen Straße für Straße festlegen, welche Reinigungs- und Winterdienstpflicht es gibt“, sagte der Bürgermeister. Er räumte ein, dass sich die Gemeinde nicht intensiv genug mit dem Problem befasst habe. Die Neufassung wird voraussichtlich erst im Januar oder Februar beschlossen.

Bis dahin gilt nach wie vor die alte Straßenreinigungssatzung, die aus dem Jahr 1995 stammt und nur die Anlieger in die Pflicht nimmt. Und im kommenden Jahr sind nach dem geplanten Rhythmus sowieso die Hausbesitzer auf der Gehwegseite an der Reihe.