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Alte Bahnbrücke in Pirna-Zehista ist weg

Das Bauwerk wurde im Zuge des Südumfahrung-Baus abgerissen. Jetzt plant die Stadt unter Umständen eine neue Querung.

Reste der früheren Bahnbrücke über die Seidewitz in Pirna-Zehista: Zurück bleibt nur Natur pur.
Reste der früheren Bahnbrücke über die Seidewitz in Pirna-Zehista: Zurück bleibt nur Natur pur. © Thomas Möckel

Die ehemalige Eisenbahnbrücke der früheren Strecke Pirna-Großcotta über die Seidewitz im Ortsteil Zehista ist verschwunden. Sowohl das Bauwerk als auch die beiden Widerlager wurden abgerissen. Die Brücke befand sich bis vor Kurzem unmittelbar hinter der Straße "Zehistaer Siedlung". Der Abriss des Bauwerks war ein Sonderprojekt, das mit dem Bau der Pirnaer Südumfahrung einherging. 

Die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges), Bauherr der Südumfahrung, hatte schon vor Jahren während der Trassenplanung die Auflage erhalten, die nicht mehr genutzte Brücke abzureißen sowie das Flussprofil der Seidewitz zu renaturieren. Auf diese Weise sollte ein besserer Hochwasserschutz in diesem Bereich gewährleistet werden, da mit der Brücke eine Staufalle verschwindet und so ein ungehinderter Durchfluss gegeben ist. 

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Die Brücke konnte jedoch erst später als geplant abgerissen werden. Im Frühjahr gelten in Sachsen sogenannten Fischschonzeiten, während dieser darf nicht im Gewässer gearbeitet werden. 

Der Abriss erwies sich laut Ulrich Gawlas, Bauoberleiter der Südumfahrung, recht aufwendig. Weil die Brücke schwer zu erreichen war, mussten die Fachleute von der Straße "An der Schule" in Zehista auf dem alten Bahndamm eine vorübergehende Baustraße errichten, über die auch das Material abtransportiert wurde. Um mit den Baggern das Flussbett nicht zu beschädigten, verlegten die Handwerker zudem Betonplatten in der Seidewitz. Sind die Arbeiten erledigt, wird das alles wieder entfernt, zurück bleibt Natur pur. 

Ist eine neue Brücke nötig?

Der Abriss läuft allerdings jüngeren Plänen der Stadt zuwider. Pirna hatte unlängst große Teile der ehemaligen Bahntrassen im Seidewitz- und Gottleubatal  erworben mit dem Ziel, dort künftig Fahrradwege anzulegen. 

Jedoch sei nach Aussage des Rathauses der Abriss der Brücke schon vor mehr als zehn Jahren beschlossen worden. Zu diesem Zeitpunkt sei noch nicht erkennbar gewesen, dass Pirna die Bahngrundstücke kaufen kann. Die Stadt hatte sich jahrelang vergeblich um die Areale bemüht, erst vor etwa anderthalb Jahren kam Bewegung in die Sache. 

Pirna kündigte an, Gespräche mit der Landestalsperrenverwaltung zu führen, wie unter den derzeit geltenden Regeln des Hochwasserschutzes anstelle der alten Brücke ein neues Bauwerk für einen Radweg über die Seidewitz führen könnte.

Möglicherweise ist aber an dieser Stelle auch keine neue Brücke erforderlich. Denn ein Neubau wäre aus Sicht der Stadt aufwendig und teuer. Darüber hinaus könnte der geplante Radweg auf der alten Bahntrasse ins Seidewitztal eventuell schon am Postweg nahe des Penny-Marktes enden, weil die frühere Bahntrasse ab da größtenteils schon anderweitig überbaut ist und und dort somit ausreichend Platz für einen Radweg fehlt.

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