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Alte Goppelner Schule wird saniert

Seit 2011 gibt es Pläne für den Umbau des Denkmals. Wo früher gelernt wurde, entstehen nun auch Wohnungen.

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© Karl-Ludwig Oberthür

Von Andrea Schawe

Goppeln. Nach langem Ringen ist es so weit: Die alte Schule in Goppeln wird saniert. Das Haus an der Golberoder Straße ist seit Mitte Mai komplett eingerüstet, der Putz schon ab. Auf dem Dach wurden neue Gauben gesetzt, das Obergeschoss ist entkernt. „Die alte Schule ist bisher das einzig schlechte gemeindeeigene Gebäude in Goppeln“, sagt der Bannewitzer Bürgermeister Christoph Fröse (parteilos). „ Das wollen wir ändern.“ Voraussichtlich bis September werden Dach und Fassade der alten Schule denkmalgerecht saniert, das erste Ober- und das Dachgeschoss umgebaut. Dabei bleiben alte Holzdielen erhalten. Auch die alte Turmuhr wird als Ausstellungsstück restauriert.

„Schon seit 2011 gibt es ein Konzept, wie das Haus genutzt werden soll“, sagt Elke Schleife, die Goppelner Ortsvorsteherin. Das hat der Ortschaftsrat zusammen mit dem Heimatverein und Bürgern vorgelegt. Eigentlich wollten die Goppelner aber schon seit der Eingemeindung nach Bannewitz 1996, dass die Schule saniert wird. Doch immer wieder wurde das Vorhaben verschoben, die Kosten passten nicht in die Haushaltsplanung. Etwa 450 000 Euro sollen in die Sanierung fließen. Vorerst kalkuliert die Gemeinde ohne Fördermittel. Ob noch spezielle Fördermittel für den Umbau der Heimatstube gewonnen werden können, sei bisher unklar. „Wir sind sehr glücklich, dass es nun umgesetzt wird“, sagt auch Gemeinderat Walter Kaiser. Das sei für Bannewitz ja keine unerhebliche Ausgabe.

Haus unter Denkmalschutz

Die Schule wurde Ende des 19. Jahrhunderts gebaut und bis Anfang der 1960er-Jahre auch für den Schulbetrieb genutzt. Danach waren in dem denkmalgeschützten Haus ein Hort und eine Kita untergebracht. Seit der Wende stand es leer. Das Gebäude ganz aufzugeben und abzureißen war zu keiner Zeit eine Überlegung der Gemeinde. „Das Gebäude ist zweckgebunden, da der Gemeinschaftsraum im Erdgeschoss ja von der Ortsfeuerwehr genutzt wird“, sagt der Bannewitzer Bürgermeister. Die Kameraden der Feuerwehr Goppeln-Hänichen nutzen das Gebäude etwa seit 16 Jahren. 2008 wurde ein neues Gerätehaus neben der alten Schule gebaut, im Erdgeschoss des Altbaus befinden sich die Umkleiden und Toiletten für die Kameraden.

Die Gemeinde wollte an dem historischen Bau immer festhalten. Es geht auch darum, einen neuen Gemeinschaftsraum – etwa für den Ortschaftsrat und die Regionalgruppe Goldene Höhe im Landesverein Sächsischer Heimatschutz – zu schaffen. Der könnte dann auch anders genutzt werden, etwa für Veranstaltungen. „Wir brauchen einen Gemeinschaftsraum im Ort, wo sich die Einwohner auch mal treffen können“, sagt Elke Schleife. Der alte Gasthof in Goppeln sei schon 2011 als kulturelles Zentrum weggefallen. Der Schulungsraum in der alten Schule ist auch zu klein für Veranstaltungen. Das 35 Quadratmeter große Zimmer, in dem bisher auch die Ortschaftsratsitzungen stattfinden, wurde in Eigenleistung schon im vergangenen Jahr zur Heimatstube umgebaut.

Nach der Sanierung haben Ortschaftsrat und Heimatverein mehr Platz. Für sie entsteht im ersten Obergeschoss ein 40 Quadratmeter großer Veranstaltungsraum. Dort wollen die Goppelner eine Ausstellung schaffen. „Wir wollen die alten Gewerke im Ort dokumentieren“, sagt Walter Kaiser. In Goppeln habe es früher neben Bauern auch eine Schmiede, einen Böttcher und Stellerwerker gegeben. Außerdem sollen in dem neuen Raum Lesungen und Vorträge stattfinden.

Im Ober- und Dachgeschoss werden außerdem eine Ein- und eine Dreiraumwohnung entstehen. Wie hoch die Miete in den kommunalen Wohnungen sein wird, kann der Bürgermeister noch nicht sagen. „Das müssen wir dann schauen, wenn alles fertig ist.“ (mit SZ/wer)