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Alte Herkuleskeule soll abgerissen werden

Am Sternplatz will die Stadt Dresden Platz für Baugemeinschaften machen. Der Bauausschuss entscheidet Ende November.

Von Nora Domschke
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Vor zwei Jahren ist das Kabarett Herkuleskeule in den sanierten Kulturpalast umgezogen. Noch zeugt das Schild von der alten Spielstätte am Sternplatz.
Vor zwei Jahren ist das Kabarett Herkuleskeule in den sanierten Kulturpalast umgezogen. Noch zeugt das Schild von der alten Spielstätte am Sternplatz. © René Meinig

Der Abriss der alten „Herkuleskeule“ ist beschlossene Sache. Fast. Noch muss der Bauausschuss in seiner Sitzung am 27. November den Plänen der Verwaltung zustimmen. Diese sehen vor, den großen Gebäudekomplex am Sternplatz, in dem seit Mitte der 1960er-Jahre das bekannte Dresdner Kabarett sein Domizil hatte, dem Erdboden gleich zu machen.

Auf dem Areal soll nicht nur die städtische Wohnungsbaugesellschaft WiD kommunale Sozialwohnungen bauen, sondern auch Platz für Baugemeinschaften entstehen. 2013 hatte der Stadtrat beschlossen, dass die Stadt jährlich eigene Grundstücke für Baugemeinschaften zur Verfügung stellen soll, die für einen Festpreis auf Basis des Verkehrswertes an diese verkauft werden. Weil das Grundstück am Sternplatz aufgrund seiner Größe für den Wohnungsbau gut geeignet ist, muss die ehemalige Herkuleskeule nun weichen.

Der Komplex war 1965 als Theaterstätte samt Wohngebietsgaststätte errichtet worden, zuletzt befanden sich dort auch ein Supermarkt und ein Friseur. Zwar wurde immer wieder diskutiert, ob das Gebäude – auch als Zeugnis der DDR-Baukunst – erhalten werden kann, letztlich wäre eine Sanierung aber zu teuer und das Haus ohnehin für eine Wohnnutzung ungeeignet, wie aus der Vorlage der Stadtverwaltung hervorgeht. Zwar sei denkbar, das Haus für die Kultur- und Kreativwirtschaft zur Verfügung zu stellen, allerdings wären die Mietpreise aufgrund der teuren Sanierung anschließend wohl zu hoch.

© René Meinig

Eine gute Nachricht für die Anwohner im Stadtteil: In den Neubau der WiD, der sich L-förmig an der Ecke Sternplatz/Maternistraße einordnet, soll wieder ein Supermarkt einziehen. Derzeit sind die Wege zu den nächstgelegenen Einkaufsmöglichkeiten relativ lang – ein Problem für den Stadtteil Seevorstadt-West mit dem höchsten Altersdurchschnitt Dresdens.

Über dem Supermarkt, für den Flächen im Erdgeschoss vorgesehen sind, wird die WiD knapp 40 Wohnungen bauen und später vermieten. Für die Bauherrengemeinschaften sind 15 Wohnungen in einem Gebäude entlang des Sternplatzes geplant.

Allein für den Abriss muss die Stadt nun aber erst einmal tief in die Tasche greifen – die Kosten dafür belaufen sich auf 1,2 Millionen Euro. Diese hohe Summe ergibt sich aus einem Gutachten vom April 2018, bei dem Schadstoffe in Wänden, Fußböden und Decken nachgewiesen wurden. Die Abfälle gelten als gefährlich und müssen auf einer speziellen Deponie entsorgt werden.

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