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Alte Ölmühle wird versteigert

Auch ein Rittergut, ein Vierseithof und Waldstücke kommen in der Weißeritzregion den Hammer. Die Preisgebote sind aber sehr unterschiedlich.

Die Ölmühle ist ein markantes Gebäude mitten in Pretzschendorf, steht aber leer. Nun kommt es unter den Hammer.
Die Ölmühle ist ein markantes Gebäude mitten in Pretzschendorf, steht aber leer. Nun kommt es unter den Hammer. © Egbert Kamprath

Die ehemalige Ölmühle mitten im Klingenberger Ortsteil Pretzschendorf steht zur Versteigerung. Die Pretzschendorfer Landwirtschafts- und Dienstleistungsgesellschaft versucht über die Sächsische Grundstücksauktionen AG einen neuen Eigentümer für das Anwesen zu finden. Als Ölmühle ist es einst gebaut und betrieben worden. Der Pretzschendorfer Ortschronist Siegfried Funke erinnert sich noch, dass die Mühle Ende der 1940er-Jahre abgebrannt war, danach aber wiederaufgebaut wurde. Die damaligen Eigentümer bekamen später Schwierigkeiten mit den Behörden und sind in der Folge in den Westen gegangen. Danach hat ein Treuhänder die Mühle weitergeführt, die schließlich der damaligen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) „Einigkeit“ Pretzschendorf zugeordnet wurde.

Als die Ölproduktion 1960 ausgelaufen ist, hat der Treuhänder noch einiges Inventar verkauft. Ein Reinigungswerk oder eine Waage hat er über eine Zeitungsanzeige angeboten. Anderes wurde aber weitergenutzt zur Futterproduktion für die LPG. Funke, der dort als Brigadier gearbeitet hat, erinnert sich: „Wir haben von dort das Futter auf die einzelnen Ställe aufgeteilt.“ Die LPG hat dann in den unteren Räumen des Mühlengebäudes ihre Maschinentechnik eingerichtet. In den oberen Etagen wurde Getreide gelagert. „Es war ein prägnantes Gebäude für den Ort“, sagt Funke.

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Chance für einen Handwerker

Eine Haferquetsche oder eine Schrotmühle waren noch lange in Betrieb. Die Technik steht heute noch dort. „Ob sie noch betriebsfähig ist, kann ich nicht einschätzen“, sagt Stephan Claus, der heutige Geschäftsführer der Pretzschendorfer Landwirtschafts- und Dienstleistungsgesellschaft. Zeitweise hat auch eine Tischlerei in dem Gebäude gearbeitet. In einer solchen Nutzung sieht Claus heute eine Chance für die ehemalige Ölmühle. „Wir als Landwirtschaftsbetrieb haben dafür keine wirtschaftliche Nutzung mehr. Da könnte ein Handwerker unten seine Werkstatt einrichten und es sich obendrüber zum Wohnen herrichten.“ Baurechtlich wäre das unkompliziert möglich, weil das Gebäude im Innenbereich liegt.

Eine solche Rechnung könnte durchaus aufgehen. Die Landwirtschaftsgesellschaft hat 12.000 Euro als Mindestgebot angesetzt für das Grundstück mit rund 1.050 Quadratmeter Fläche und das Haus mit geschätzten 550 Quadratmeter Nutzfläche. Wenn jemand zu diesem Preis den Zuschlag bekäme, müsste er aber noch gewaltig investieren. Dort steht noch eine alte Zentralheizung, die nicht mehr funktioniert. Die Sanitärausstattung besteht aus einfachen Waschbecken und einem WC. Das Dach ist großteils mit Ziegel gedeckt, teilweise aber auch mit Pappe und stellenweise undicht. Auch von unten steigt die Feuchtigkeit ins Gemäuer. Dennoch kommen die Fachleute der Grundstücksauktion zu der Einschätzung, dass es sich um eine insgesamt solide Bausubstanz handelt, aber mit einem umfassenden Sanierungs- und Modernisierungsbedarf.

Andere Immobilien sind wesentlich teurer

Diese Ölmühle ist eines von mehreren interessanten Gebäuden in der Region, die am 26. August zur Versteigerung kommen. Das Herrenhaus des Ritterguts im Wilsdruffer Ortsteil Kleinopitz steht ebenfalls zur Versteigerung. Das hat aber einen anderen Charakter. Es ist in einem ordentlichen Zustand. Hier liegt allerdings auch das Mindestgebot in einer anderen Größenordnung. Wer mitbieten will, muss mindestens 698.000 Euro mitbringen. 

In der Pretzschendorfer Nachbargemeinde Hilbersdorf-Bobritzsch ist ein Vierseithof mit rund 38.000 Quadratmeter Grund im Angebot, bei dem das Mindestgebot 450.000 Euro beträgt. Außerdem stehen noch drei unbebaute Grundstücke aus der Weißeritzregion im Katalog. Eines mit 4.010 Quadratmeter im Freitaler Ortsteil Niederhermsdorf bewachsen mit Eichen und Ahorn wird mit einem Mindestgebot von 2.000 Euro angeboten, eine weitere Waldfläche in Freital-Zauckerode, die 8.460 Quadratmeter umfasst, hat ein Mindestgebot von 1.000 Euro. In Schmiedeberg geht es um 10.131 Quadratmeter Wald am südlichen Ortsrand, der ebenfalls mit einem Mindestgebot von 1.000 Euro im Auktionskatalog steht.

Die Auktion für diese Immobilien findet am Mittwoch, dem 26. August, ab 11 Uhr im Martha-Fraenkel-Saal des Deutschen Hygiene-Museums in Dresden statt. 

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