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Alte Oper im neuen Gewand

Amerikanische Studenten zeigen im Kloster zwei eigene Produktionen. Sie singen auch im Mittelsächsischen Theater.

Von Wilrun Wagner

Ein kleines Orchester von Musikern der Mittelsächsischen Philharmonie spielt zum Auftakt unter Leitung von Bill Reber und David Hill. Hinter den Bankreihen der Gutskapelle bereiten sich Künstler auf Henry Purcells Oper „Dido & Aeneas“ vor und stürmen von der Seite aus zum Altarplatz. Es sind amerikanische Musikstudenten, die zur Sommerakademie der James-Madison-Universität unter Leitung von Dorothy Maddison am Mittelsächsischen Theater Freiberg weilen. Sie spielen besonders gerne in alten Gebäuden, da es die in den USA nicht gibt. Im Rahmen dieses Projektes agieren junge, stimmlich sehr gut ausgebildete Studenten in Aufführungen des Mittelsächsischen Theaters. Eine solche Möglichkeit haben sie in den USA nicht. Sie haben aber auch zwei eigene Produktionen im Programm. Diese zeigten sie im Kloster Buch. Zum besseren Verständnis erklärte Nick Kopta, der Aussprachelehrer der Gruppe, den Besuchern das Konzept der Purcell-Oper. Die Handlung sei traurig, denn Dido verliebt sich in Aeneas. Die Götter sagen, er muss weg von Dido und Rom gründen. Dido ist unglaublich verliebt, kann es nicht aushalten und tötet sich. „In unserer Inszenierung hat die Regisseurin Rebekah Rota, die Handlung in die heutigen Tage verlegt. Die führt an die Wall Street in New York, wo zahlreiche Studenten demonstrierten wegen der krassen Unterschiede zwischen Arm und Reich. Da sind die 99 Prozent, die wenig Geld haben und der Rest reiche Banker. Sie selbst berührte dies so, dass sie die Handlung der Oper aktualisierte. Zu Zeiten des Barock wurde tragischen Opern ein heiteres Stück im Stil der Commedia del árte eingefügt. So auch hier die kleine Harlekinade von Antonio Salieri, dessen Musik sehr an Mozart erinnert“, erklärte Kopta. Die Besucher honorierten nicht nur die großartigen gesanglichen Leistungen der Musikstudenten, sondern auch deren Spielfreude.

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