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Alte Sägemaschine surrt wieder

Die Herklotzmühle in Seyde zeigt zum Mühlentag erstmals Technik eines Stellmachers. Einem Zufall sei Dank.

Von Mandy Schaks

Mühlen haben etwas Geheimnisvolles. Um dahinterzukommen, gibt es den Deutschen Mühlentag. Der Förderverein Herklotzmühle in Seyde scheint dabei ein glückliches Händchen zu haben. Seit 1996 beteiligt sich das Sägewerksmuseum an der Aktion. Kamen damals 16 Leute, wurden es von Jahr zu Jahr mehr. Inzwischen werden um die 2 000 Gäste erwartet. Die verirren sich natürlich nicht zufällig ins Tal der Wilden Weißeritz. Viele Besucher merken sich den Mühlentag extra vor und kommen immer wieder. Aus gutem Grund, wie Matthias Herklotz weiß. Er ist der Vorsitzende des Fördervereins und Enkel des Besitzers, der 1925 diese Mühle erwarb. „Das ist das ganze Drumherum“, sagt er. „Bei uns wird jeder persönlich begrüßt und verabschiedet. Wir kümmern uns, damit sich die Besucher wohlfühlen.“

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Die Herklotzmühle feierte voriges Jahr ihr 425-jähriges Bestehen. Seit 2003 kümmert sich ein Förderverein um das Technik-Denkmal. Fotos: Katja Frohberg (2)
Die Herklotzmühle feierte voriges Jahr ihr 425-jähriges Bestehen. Seit 2003 kümmert sich ein Förderverein um das Technik-Denkmal. Fotos: Katja Frohberg (2)
Was für Musik in den Ohren: Die alte Stellmacherei-Maschine funktioniert wieder zur Freude von Ingeborg Schubert, der Tochter des Vorbesitzers, und dem Vorsitzenden des Fördervereins der Herklotzmühle, Matthias Herklotz.
Was für Musik in den Ohren: Die alte Stellmacherei-Maschine funktioniert wieder zur Freude von Ingeborg Schubert, der Tochter des Vorbesitzers, und dem Vorsitzenden des Fördervereins der Herklotzmühle, Matthias Herklotz.

Es gibt aber noch einen Grund: Die Familie Herklotz und später der Förderverein haben alles daran gesetzt, dass diese Mühle erhalten bleibt, auch wenn sie 1991 die Produktion einstellte. Liebevoll wurde und wird das Technik-Denkmal gepflegt und Schritt für Schritt instand gesetzt. Deshalb gibt es gerade zum Mühlentag immer etwas Neues zu sehen und vor allem zu erleben. Diesmal werden erstmals alte Stellmacherei-Maschinen mit Transmissionsantrieb gezeigt. Sie stammen aus der Stellmacher-Werkstatt von Arthur Schubert aus Johnsbach, der dieses Handwerk bis in die 1980er-Jahre ausführte. Dann standen die Maschinen und sollten eigentlich verschrottet werden. Matthias Herklotz hat diese Schätze zufällig entdeckt und Vereinsmitglied Herbert Bernhard die Technik in mühevoller Kleinarbeit über Wochen zerlegt, gereinigt und wieder zusammengebaut. So kann zum Beispiel am Montag eine über 100 Jahre alte Bandsäge in Betrieb genommen werden und den Besuchern zeigen, was Generationen vor uns damit gemacht haben. Stellmacher bauten früher für die Landwirte Wagenräder, auch Stiele und Leitern. Mit der Bandsäge lässt sich Holz in Formen schneiden, weiß Matthias Herklotz, sogar runde Schnitte sind möglich.

Der Förderverein freut sich, das und noch viel mehr zum Mühlentag vorführen zu können. Da es im Tal eng ist, bitten die Veranstalter, den Zentralparkplatz in Seyde am Berghof zu nutzen. Von da sind es zu Fuß etwa 1,5 Kilometer bis zur Mühle. Es fährt auch ab 9.45 Uhr ein Pendelbus.