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Alte Schmiede kommt unter den Hammer

Die Gemeinde hat die Versteigerung veranlasst und will mitbieten. Löst sie so das Problem in Hennersdorf?

Von Franz Herz

Einmal ist die alte Schmiede im Schmiedeberger Ortsteil Hennersdorf schon versteigert worden. Für 3 000 Euro hat sie bei einer Privatauktion im Jahr 2000 einen neuen Eigentümer gefunden. Doch der hat sich nie um das Anwesen gekümmert. Der Verfall ging weiter. Inzwischen ist der Eigentümer gar nicht mehr auffindbar, wie der amtierende Bürgermeister von Schmiedeberg, Ulrich Kretzschmar (CDU), informierte.

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Jetzt soll eine neue Versteigerung das Problem lösen. Dieses Mal hat die Gemeinde die Zwangsversteigerung beantragt. Das Amtsgericht Dresden hat den Termin auf den 18. Februar nächsten Jahres angesetzt. Dann kommt die Immobilie, zu der vier Flurstücke gehören, zum Mindestpreis von 561 Euro unter den Hammer.

Es ist der Standort, der aus der Ruine der alten Schmiede etwas Besonderes macht. Direkt an der Kreuzung der Bundesstraße 171 mit der Dorfstraße steht das Gebäude, verfällt seit vielen Jahren und gefährdet Fußgänger und Autos, die daran vorbei müssen. Die Hennersdorfer sind auch nicht glücklich, dass hier mitten im Ort dieses unansehnliche Problemhaus steht.

Seit Jahren mahnt Ortsvorsteher Henry Krenz (Freie Wähler) im Gemeinderat immer wieder, dass hier etwas geschehen soll. Im Jahr 2009 war die Gefahr so groß, dass die Gemeinde ein Sicherungsgerüst bauen ließ. Es verhindert, dass Dachziegel oder eventuell Steine von der maroden Esse auf die Straße fallen und dort jemanden verletzen. Doch auf den Kosten dafür blieb die Gemeinde bis heute sitzen. Es geht um rund 8 000 Euro. Das sind aber nicht die einzigen Außenstände, welche die Gemeinde in der alten Schmiede hat. Steuerzahlungen, Zinsen hat sie auch seit Jahren nicht erhalten.

Damit hat sie aber einen Hebel in die Hand bekommen, um das Problem zu lösen. Wegen der Schulden hat sie die Zwangsversteigerung in die Wege geleitet, für die es nun einen festen Termin gibt. Im Februar nächsten Jahres gibt es zwar die Gemeinde Schmiedeberg nicht mehr, aber die Idee, welche hier entwickelt wurde, könnte auch die Stadt Dippoldiswalde umsetzen. Sie könnte mitbieten. Wenn es beim Mindestgebot bleibt, könnte die Kommune zum günstigen Preis Eigentümerin werden und anschließend versuchen, über ein Förderprogramm die Ruine mitten in Hennersdorf abzureißen. Falls jemand anders die Kommune überbietet und das Gebäude ersteigert, dann liegt es an dem neuen Eigentümer, wie die Zukunft der alten Schmiede aussieht. Wenigstens hätte die Stadt dann jemand, an den sie sich für die Sicherungskosten und die Grundsteuern halten kann.