merken
PLUS Freital

Alte Schule, neues Haus

Das Hauptgebäude des Weißeritzgymnasiums in Freital ist saniert. Doch etwas fehlt noch.

Rundumerneuert: 16 Monate lang wurde das Hauptgebäude des Weißeritzgymnasiums saniert.
Rundumerneuert: 16 Monate lang wurde das Hauptgebäude des Weißeritzgymnasiums saniert. © Egbert Kamprath

Licht, Liebe, Leben – das Weißeritzgymnasium Freital hat sich einst den Spruch von Johann Gottfried von Herder als Leitgedanken auserkoren. Mit dem Licht aber war das so eine Sache. 

Wer zuletzt durch das Hauptgebäude an der Krönertstraße ging, musste nach ein bisschen Helligkeit suchen. Die Gänge waren dunkel, die Unterrichtsräume renovierungsbedürftig, ganz duster wirkte das Kellergeschoss. Nun allerdings erstrahlt das alte Schulhaus wieder wie neu: Nach einer Generalsanierung wurde es am Dienstag feierlich wiedereröffnet.

Anzeige
Wandern mit Kindern: Das muss mit
Wandern mit Kindern: Das muss mit

Bei Ausflügen mit Kindern stehen Erlebnis und Abenteuer im Vordergrund. Das sollte bei der Tourenplanung und beim Packen des Rucksacks bedacht werden.

In dem von den Schülern liebevoll „Kröni“ genannten Gebäude lernen vor allem die Klassenstufen elf und zwölf. 16 Monate lang war das Schulhaus allerdings eine komplette Baustelle. In den Winterferien 2018 komplett geräumt, standen bald nur noch die unverputzten Wände. 

Sachlich: Blick ins Mathematikzimmer, wo Ramona Dreyer gerade den Mathekurs der 12. Klasse unterrichtet.
Sachlich: Blick ins Mathematikzimmer, wo Ramona Dreyer gerade den Mathekurs der 12. Klasse unterrichtet. © Egbert Kamprath

Gearbeitet wurde von oben bis unten: Das Dach musste neu gedeckt, der Dachstuhl teils erneuert, die Fassade überarbeitet werden. Fenster und Türen wurden ersetzt und sämtliche Installationen – also Elektro, Heizung, Sanitär – komplett getauscht.

„Es war für uns eine Herausforderung“, gesteht Landrat Michael Geisler. Der Landkreis betreibt das Weißeritzgymnasium und hatte für die Sanierung zunächst 5,7 Millionen Euro veranschlagt. „Doch wie das so ist bei einem Altbau: Es steckte vieles drin, was wir nicht erwartet hatten.“ Geisler meint damit so manchen Bauwerksschaden, wie beispielsweise am Dachstuhl, der erst sichtbar wurde, als die Handwerker in das Gebäude eingriffen. So betrugen die Baukosten letztendlich 6,8 Millionen Euro.

Und es dürfte nicht die letzte Investition gewesen sein. Hagen Kettner, der den Dresdner Standort des Landesamtes für Schule und Bildung leitet, deutete in seinem Grußwort bereits die nächsten Vorhaben an: „Die Digitalisierung kommt auf uns zu.“ So wie an vielen sächsischen Schulen soll auch am Weißeritzgymnasium ein medienpädagogisches Konzept zum Unterricht mit digitalen Mitteln entstehen. 2021 könnte weiteres Geld in Datenleitungen, Computerkabinette, Ausstattung und digitale Lehrmittel fließen.

Modern: Physikreferendar Konstantin Wollny unterrichtet jetzt an einer digitalen Tafel.
Modern: Physikreferendar Konstantin Wollny unterrichtet jetzt an einer digitalen Tafel. © Egbert Kamprath

In der Krönertstraße wird es in den nächsten Wochen aber erst mal um ganz naheliegende Dinge gehen. Einige Restarbeiten sind noch zu erledigen. So fehlen beispielsweise immer noch einige Türen, die zwar vor 27 Wochen beim Hersteller geordert, aber immer noch nicht geliefert wurden.

Die Schüler können sich dennoch über ein Haus freuen, das deutlich mehr Wohlfühlatmosphäre verbreitet als vor der Sanierung. Treppenhäuser, Flure und Unterrichtsräume sind hell und licht gestaltet. Auf der Gebäuderückseite wurde ein Aufzugsschacht errichtet, sodass die „Kröni“ nun barrierefrei ist.

Im Untergeschoss entstand eine neue Mensa. Acht Klassenräume sind mit digitalen Tafeln ausgestattet. Die Lehrer haben neue Vorbereitungsräume und Aufenthaltsräume bekommen. Und die Schulleitung sitzt jetzt nicht mehr so beengt in den Büros wie vor der Sanierung. Schulleiterin Jeanette Gernat ist stolz und glücklich über das alte, neue Haus. „Ich muss mich erst noch eingewöhnen, weil einige Räume anders angeordnet sind. Aber es ist alles sehr schön geworden“, sagt sie.

Klassisch: Schulleiterin Jeanette Gernat zeigt die Aula, wo die historischen Bogenfenster wieder freigelegt wurden.
Klassisch: Schulleiterin Jeanette Gernat zeigt die Aula, wo die historischen Bogenfenster wieder freigelegt wurden. © Egbert Kamprath

Das Hauptgebäude des Weißeritzgymnasiums wurde von 1906 bis 1907 errichtet und Anfang September 1907 in Betrieb genommen. Es war Volksschule, Staatsschule, im Krieg auch mal Lazarett, dann Berufsschule, Erweiterte Oberschule und schließlich Gymnasium. Zusammen mit dem Gebäude an der Pestalozzistraße und der Johannisstraße bildet es heute den Komplex Weißeritzgymnasium. Zwei Turnhallen und ein Sportplatz gehören dazu. Rund 1 790 Schüler lernen hier. In diesem Jahr kamen 147 neue Fünftklässler hinzu.

Dem Schülersprecher Benjamin Fromm aus der Jahrgangsstufe zwölf blieb es vorbehalten, daran zu erinnern, wie privilegiert die Freitaler Gymnasiasten nun sind. „Ich möchte daran erinnern, das nicht jeder in dieser Welt Zugang zu ausreichend Bildung hat.“ Fromm kündige außerdem an, gemeinsam mit den Lehrern drei neue Schwerpunkte in Bildung und Schulalltag setzen: Medienbildung, Demokratieerziehung und nachhaltige Entwicklung. „Jeder kann mitmachen, alle können sich mit Ideen und Projekten einbringen. Ich freue mich darauf.“

Mehr zum Thema Freital