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Altenberg geht mit dem Welterbe auf Sendung

Bürgermeister Kirsten hat ein paar tausend Euro für kostenlose Wlan-Hotspots abgestaubt. Wo sie entstehen sollen.

Wenn es nach dem Bürgermeister geht, stehen in Altenberg bald auch solche Schilder.
Wenn es nach dem Bürgermeister geht, stehen in Altenberg bald auch solche Schilder. © Symbolbild/dpa

Eigentlich hatte Altenbergs Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler) kaum noch daran geglaubt. Im vorigen Jahr las er im Internet von einer EU-Initiative. Die Europäische Kommission wollte mit WiFi4EU – so der neumodische Name für das verlockende Angebot – 15 000 Euro an Kommunen verschenken, damit sie öffentliche Wlan-Netze aufbauen für kostenlosen Zugang ins Internet.

Das ließ sich Kirsten nicht dreimal sagen und stellte für die Errichtung von Wlan-Hotspots geschwind einen Antrag. Denn die Mittel sind gedeckelt, und die Vergabe sollte im sogenannten Windhund-Verfahren erfolgen – wer am schnellsten ist, gewinnt den Gutschein.

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Wettrennen um Gutschein

Dann die Ernüchterung. Bei den Internet-Registrierungen hatte es eine Panne gegeben. „In Europa hatten nicht alle Bewerber die gleiche Chance“, erläutert Kirsten. „Deshalb musste die erste Ausschreibung aufgehoben werden.“ Im zweiten Anlauf im November stürzte sich Kirsten wieder ins Rennen um Bares. „Aber wir hatten kein Glück.“ Der Andrang auf das Geld-Geschenk war zu groß. Die Stadt Altenberg fand keine Berücksichtigung. Und diesmal, bei der dritten Bewerbung, ist der Altenberger Rathauschef nun endlich zum Zug gekommen. „Was lange währt, wird gut“, jubelt Kirsten. „Ich habe einen Gutschein gewonnen.“ Dann sollte es zwar immer noch einen Monat dauern, bis die Altenberger den Gutschein auslösen konnten und an die Kohle kamen, aber nun ist es geschafft.

Kirsten will mit den 15 000 Euro zum einen die Leistung an bereits vorhandenen Hotspots in der Urlaubsregion erhöhen. Das betrifft die Standorte am Rathaus, am Tourist-Info-Büro am Bahnhof und am Liftparkplatz in Altenberg. „Wir haben Übertragungsraten von 100 Megabit pro Sekunde anliegen“, sagt Kirsten. „Und auch die Planung gibt es bereits.“ Dadurch müsste es jetzt schnell gehen, diese Hotspots technisch aufzurüsten. Denn es dauert bisher noch zu lange, um zum Beispiel ein Foto hochzuladen oder zu verschicken.

Zum anderen sollen weitere Wlan-Hotspots errichtet werden. Kirsten nennt den Bosseplatz in Altenberg, aber auch Schloss und Kirche in Lauenstein, die nun seit Anfang Juli touristisch in der Premiumliga mitspielen. Sie gehören zum neuen Welterbe in der Bergbauregion im sächsisch-böhmischen Erzgebirge und sind Bestandteil der vom Unesco-Welterbekomitee geadelten Montanregion Erzgebirge/ Krušnohoří. Aus der Weltmarke soll nun auch etwas gemacht werden. Kirsten weiß um die Wirkung starker Bilder. Noch ehe heute Urlauber auf die Skipiste gehen, eine Abfahrt mit dem Sommerschlitten wagen oder Museen und Sakralbauten besichtigen, wird oft ein Foto geschossen und per Handy oder Tablet gleich an Freunde oder Familie verschickt. Das ist natürlich beste Werbung für die Urlaubsregion Altenberg, die ihr so gut wie nichts kostet und sich im weltweiten Netz dazu noch zigfach multipliziert.

Wlan-Netz ausbauen

Deshalb soll Lauenstein auch gleich noch einen Hotspot auf dem historisch gestalteten Marktplatz bekommen. Eine weitere Station ist geplant in Geising am Rathaus. Und auch in Kurort Oberbärenburg sollen künftig Besucher, aber auch Einheimische die Möglichkeit bekommen, unterwegs kostenlos mal eine Nachricht zu verschicken, die E-Mails zu checken oder ein Bild zu versenden. Kirsten schwebt vor, den Hotspot am Aussichtsturm zu installieren, der ein beliebter Ausflugspunkt ist, oder direkt am Ortseingang an der Tourist-Info. Dazu will er sich mit dem Ortschaftsrat verständigen. Wenn das Geld noch reicht, soll auch Bärenstein bedacht werden. Dort bietet sich ebenfalls als Standort der historische Marktplatz an.

Altenberg hatte in den vergangenen Jahren die Voraussetzungen dafür geschaffen. Die Stadt baute mithilfe von Fördermitteln in zwei Abschnitten die Breitbandversorgung aus. Dabei wurden rund 1,3 Millionen Euro investiert. In einem dritten Abschnitt sollen noch die letzten weißen Internet-Flecken erschlossen werden. Das sind knapp 500 Haushalte und Firmen, bei denen weniger als 30 Megabit pro Sekunde anliegen.

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