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Oberbärenburger Turm in Not

Der Aussichtsturm ist zu einem Wahrzeichen geworden. Nun nagt der Zahn der Zeit an ihm.

Am Aussichtsturm Oberbärenburg muss etwas gemacht werden. Die Schäden sind inzwischen auch für Laien sichtbar.
Am Aussichtsturm Oberbärenburg muss etwas gemacht werden. Die Schäden sind inzwischen auch für Laien sichtbar. © Karl-Ludwig Oberthür

Wer den Oberbärenburger Aussichtsturm zum ersten Mal sieht, ist von der Konstruktion beeindruckt. Doch wer näher herantritt sieht, dass der Zahn der Zeit an ihm genagt hat. Am Holz blättert die Farbe ab, einige Balken scheinen schon etwas angegriffen zu sein vom rauen Erzgebirgswetter. Es besteht Handlungsbedarf. Erneut, sagt Oberbärenburgs Ortsvorsteher Lothar Johne. Denn schon fünf Jahre nach der Einweihung, die 2004 stattfand, wurde etwas getan. Damals hat die Firma, die den Turm errichtet hat, im Rahmen der Gewährleistung auf ihre Kosten die Außenbalken ausgetauscht. "Heute ist ein Unterschied mehr zu sehen." Die Balken sehen gleich schlecht aus. An vielen Stellen ist die Farbe vom Holz geplatzt. An den Stahlkonstruktionen gibt es kleinere Rostflecken. Diese Schäden sind auch vielen Besuchern aufgefallen. "Von allen Seiten gab es Beschwerden." Deshalb wandte sich der Ortschaftsrat an die Stadtverwaltung in Altenberg mit der Bitte, etwas zu unternehmen. Dort beschäftigt man sich schon mit dem Turm.

Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler) informierte die Räte in der jüngsten Stadtratssitzung über die Schäden. Inzwischen gebe es auch eine erste Kostenermittlung. Um die Schäden zu beseitigen, braucht die Stadt viel Geld, so Kirsten. Ortsvorsteher Johne stellte der Stadt zwar in Aussicht, 4.500 Euro bereitzustellen, die im Spendentopf gesammelt wurden. Doch das werde nicht reichen. Denn es werden rund 30.000 Euro gebraucht, die die Stadt aber nicht so einfach bereitstellen kann. 

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Kirsten erinnerte an die Diskussion vor der Einweihung des Turms. Schon damals - es war 2004 - habe er und viele Räte Zweifel gehabt, ob der Anstrich an dem verleimten Holz lange halten werde.

Die Lackierung am Aussichtsturm Oberbärenburg hat schon bessere Tage gesehen.
Die Lackierung am Aussichtsturm Oberbärenburg hat schon bessere Tage gesehen. © Karl-Ludwig Oberthuer
Auch auf der Aussichtsplattform sind die Schäden sichtbar. 
Auch auf der Aussichtsplattform sind die Schäden sichtbar.  © Karl-Ludwig Oberthuer
Auch das Metall wurde rostig. Hier gab es offenbar schon erste Rettungsversuche.
Auch das Metall wurde rostig. Hier gab es offenbar schon erste Rettungsversuche. © SZ/Maik Brückner

Denn der Planer erklärte den Räten, dass das Holz - es handelt sich um Fichte - nicht chemisch behandelt, sondern nur farblos lasiert werde. Der Planer war so kühn und behauptete bei der Einweihung, dass der Turm aufgrund seiner Konstruktion mindestens 50 Jahre halten werde. Darüber staunten Räte und Bürgermeister. Kirsten schlug damals spontan vor, dass dieser Ausspruch am Turm mit einem Schild dokumentiert werde, damit die Nachwelt das noch lesen könne. Passiert ist das nicht. Zumindest gibt es derzeit kein derartiges Schild.

Kirsten sicherte den Stadträten nun zu, dass er nach einer Finanzierung suchen werde. Denn diese Attraktion soll dem Touristenort erhalten bleiben. Schließlich kommen die Touristen gern hierher, um von der zehn Meter hohen Plattform aus ins Dresdner Vorland und in die Sächsische Schweiz zu schauen. Kirsten: "Der Turm hat Vorrang." Auch Johne hofft auf eine Lösung. In den nächsten Tagen werde er ein Gespräch mit dem Bürgermeister haben. Vielleicht bahnt sich dort schon eine Lösung an, hofft er.

Oberbärenburger Aussichtsturm

Der Turm wurde vom Institut für Freiraumplanung und Stadtentwicklung Dresden geplant und von Mai bis August 2004 vom Freundeskreis Kurort Oberbärenburg und der Stadt Altenberg errichtet. Eigentümer ist die Stadt Altenberg. Die Einweihung fand am 22. August 2004 statt.

Der Turm ist einer alten bergmännischen Fördereinrichtung, einem sogenannten Göbel, nachempfunden. Er ist 14 Meter hoch. Die Aussichtsplattform befindet sich auf einer Höhe von 10,50 Meter und ist über 56 Stufen zu erreichen. 

Der Turm kostete 147.000 Euro, 90 Prozent kamen vom Freistaat Sachsen, 10 Prozent vom Freundeskreis Oberbärenburg. (Quelle: Turmschild)

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