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Aufstieg und Fall eines Sperrmüllhaufens

In Altenberg hat eine kleine Halde ein Eigenleben entwickelt. Als Sächsische.de nachfragte, war sie plötzlich weg. Der Verursacher fasste sogar selber mit an.

Dieser Sperrmüllhaufen an der Büttnerstraße in Altenberg überlebte mehr als drei Wochen.
Dieser Sperrmüllhaufen an der Büttnerstraße in Altenberg überlebte mehr als drei Wochen. © Egbert Kamprath

Anwohner und Passanten an der Büttnerstraße im Zentrum von Altenberg staunten nicht schlecht: Am 20. Juni war hier ein Sperrmüllhaufen entstanden, der, hätte es einen Entsorgungstermin gegeben, schon bald darauf der Vergangenheit angehören sollte. Doch ganz offensichtlich hatte der Verursacher den Abtransport nicht zeitnah geregelt. Die Bretter und Möbelteile blieben einfach liegen. 

Es passierte, was in solchen Fällen oft passiert: Der Sperrmüllhaufen verwandelte sich von Tag zu Tag. Ein Teil der ursprünglich abgelegten Bretter verschwand, dafür gesellte sich ein Nachtschrank als neues "Inventar" dazu. Über Nacht verschwand dieser wieder, dafür lag eine Badgarnitur oben auf. Doch auch diese befand offenbar noch jemand als gut zu gebrauchen und nahm sie mit. Ersatz gab es durch einen aus der Mode gekommenen Sessel.

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Keiner fühlt sich verantwortlich

Leider kam niemand vorbei, der den kompletten Müllberg mitnehmen wollte. Das sorgte von Tag zu Tag für mehr Unzufriedenheit bei den Anwohnern. Doch es fühlte sich auch niemand so recht für die Entsorgung zuständig. Nach einer ersten Information der Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Altenberg, die auf dem Areal ein Mietshaus hat, gäbe es "aus Kapazitätsgründen keine schnelle Lösung". Man müsse bis Ende Juli mit diesen Zuständen leben, erfuhren die Anwohner auf Nachfrage. 

Aus dem ebenfalls angefragten Altenberger Ordnungsamt kam die Auskunft, dass man gegen den Sperrmüll wenig unternehmen könne, solange er auf einem Privatgrundstück abgelagert ist. Würde allerdings ein Brett auf der Straße liegen, dann wäre die öffentliche Sicherheit gefährdet und die Zuständigkeit geklärt. Diese Art der Klärung kam aber nicht zustande, da besorgte Anwohner auf der Fahrbahn liegende Bretter schnell aufsammelten und zurück auf den Sperrmüllhaufen warfen. 

In der letzten Ausgabe des Altenberger Boten, dem Gemeindeblatt, informierte übrigens das Ordnungsamt sehr ausführlich darüber, wie mit der ähnlich gearteten Ablagerung von Gelben Säcken zu verfahren ist. Diese sind am Abend vor dem Entsorgungstermin zur Abholung bereitzustellen. So soll unter anderem eine Beeinträchtigung des öffentlichen Verkehrs vermieden werden. Außerdem fördere der Anblick nicht den Eindruck der Stadt auf die Touristen. Verantwortlich für die Ablagerung seien Grundstückseigentümer und Mieter. 

Nach dreieinhalb Wochen geht es plötzlich schnell

Im Fall des Sperrmüllhaufens in der Büttnerstraße erreichten mittlerweile die Beschwerden schon die Abfallbehörde des Landratsamtes, den zentralen Entsorger ZAOE, der sich aber auch nicht zuständig sah. 

Erst nach einer Anfrage von Sächsische.de bei der WVG Altenberg, die ja angeblich aus Kapazitätsgründen erst Ende Juli beräumen wollte, gab es doch noch eine schnelle Lösung. „Der Sperrmüll wird am Donnerstag, dem 16. 7. 2020, 11 Uhr entfernt", schrieb WVG-Geschäftsführer Olaf Weisflog. "Den Kontakt mit dem Eigentümer der Gegenstände haben wir natürlich aufgenommen und sind zu der genannten Lösung gekommen. Zu unseren fast täglichen Aufgaben gehört es, gegen Verstöße der Hausordnung, Verunreinigungen der Frei- und Grünflächen, sowie ungenehmigten Eigenmächtigkeiten einzelner Mietparteien vorzugehen. Das äußere Erscheinungsbild unserer Wohnquartiere ist für uns sehr wichtig.“

Der Müll ist endlich weg, aber die Wiese ist nun erst einmal platt.
Der Müll ist endlich weg, aber die Wiese ist nun erst einmal platt. © Egbert Kamprath

Doch damit nicht genug. Jetzt hatte man es plötzlich richtig eilig. Denn schon am Mittwochvormittag stand ein Transporter der Wohnungsgesellschaft bereit. Und auch dank Mithilfe des dazu herangebetenen Erstablagerers war im Nu der komplette Sperrmüllhaufen verschwunden - nach dreieinhalb Wochen.

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