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Stadtrat tagt maskiert

Die Altenberger Abgeordneten trafen sich unter besonderen Umständen zu ihrer Sitzung. Dort informierte der Bürgermeister auch über Internes.

Die Stadtratsitzung Altenberg fand wegen Corona im Europark statt.
Die Stadtratsitzung Altenberg fand wegen Corona im Europark statt. © Egbert Kamprath

Abstand halten. Das war das Gebot der Stunde in der letzten Altenberger Stadtratssitzung. Dort tagte das Kommunalparlament unter ungewöhnlichen Bedingungen im großen Saal des Europarks. Jeder Rat und jeder Besucher wurde von Rathausmitarbeiterin Marion Bock und dem Chef der Projektgesellschaft Altenberg, Gunther Kaden, empfangen. Beide baten die zunächst zum Händewaschen in die Toilette und gaben danach Desinfektionsmittel und eine Maske aus.

Vorbild Bürgermeister: Auch Thomas Kirsten trug eine Nase-Mund-Maske - aber keine von der Stange, sondern mit Werbelogo für seine Heimatstadt.
Vorbild Bürgermeister: Auch Thomas Kirsten trug eine Nase-Mund-Maske - aber keine von der Stange, sondern mit Werbelogo für seine Heimatstadt. © Egbert Kamprath

Im Saal selbst standen die Tische der Räte weit voneinander entfernt, auch die Verwaltungsmitarbeiter hielten Abstand voneinander. Die Besucherstühle waren so platziert, dass sie jeweils gefühlt zwei Meter auseinander standen. Viele Räte behielten während der Sitzung ihre Masken auf, andere schoben sie runter. Die aufgestellten Mikrofone waren mit Plastikhüllen versehen.

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Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler) selbst eröffnete die Sitzung mit einer Nase-Mund-Maske und erläuterte gleich zu Beginn der Sitzung, was er und seine Mitarbeiter seit Mitte März unternommen haben, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Zudem gab er eine schriftliche Zusammenfassung der Arbeit der letzten Wochen heraus. 

"Bereits am 13. März 2020 hat die Stadt Altenberg einen Verwaltungsstab gebildet, der täglich 9 Uhr im Ratssaal die neue Lage einschätzt, um Entscheidungen gemeinsam zu treffen", so Kirsten. Es seien Handlungsgrundsätze für die Mitarbeiter erlassen worden, die auch mit dem Personalrat abgestimmt wurden." Die Bürger wurden gebeten, die Besuche der Verwaltung auf ein Minimum zu beschränken. 

Neue Aufgaben für Kita-Mitarbeiter

Weil in den Kitas weniger Kinder betreut werden, werde dort weniger Personal gebraucht. "Wir haben mittlerweile mit dem Personalrat vereinbart, dass die Erzieherinnen auch artfremde Tätigkeiten ausüben können." Hierbei werde zunächst geprüft, welche pädagogische Arbeit noch möglich ist, danach, welche Arbeiten in der Kindereinrichtung selbst durchgeführt werden können. Wenn die erledigt sind, könnten diese Mitarbeiter in den Museen und Sportanlagen tätig werden. "Wir haben Arbeit in der Grünpflege, wir können Wanderwege vom Müll befreien und wenn wir Freiwillige finden, dann können auch Bäume gepflanzt werden", so Kirsten.

Ungewohnte Ratsarbeit in Altenberg. Jeder Stadtrat hatte einen Mundschutz um.
Ungewohnte Ratsarbeit in Altenberg. Jeder Stadtrat hatte einen Mundschutz um. © Egbert Kamprath

Außerdem steht die Verwaltung permanent mit der Kreisverwaltung in Kontakt. Täglich gebe man eine aktuelle Lagemeldung an den Landkreis ab. "Und einmal in der Woche melden wir dem Jugendamt unsere zu betreuenden Kinder."

Bereits im März hat Altenberg vorsorglich 15.000 Stück Mund- und Nasenschutze bestellt, die die Stadt Anfang April erhalten hat. Die Masken seien auch 40 Unternehmen im Stadtgebiet angeboten worden. Dabei handelte es sich um Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen des Gesundheitswesens, Lebensmittelgeschäfte, Bäckereien, Fleischereien, die Post, Kindereinrichtungen, die Feuerwehren und die Tankstelle. "Wir konnten den Unternehmen helfen und haben 3.500 Mund- und Nasenschutze verteilt", so Kirsten. Einige der Masken kamen zur Stadtratssitzung am Montag zum Einsatz.

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