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Altendorfer müssen bescheidener feiern

Nach Anzeigen und Anwohnerbeschwerden im vergangenen Jahr fährt der Heimatverein die Sonnenwendfeier zurück. Übrig bleibt ein wesentlich kleineres Feuer.

Von Dirk Schulze

Das Altendorfer Fest zur Sommersonnenwende war eines der größten in der Region. Über tausend Besucher zog es jedes Jahr Ende Juni auf das Festgelände am Fuße des Adamsberges. Doch im vergangenen Jahr sorgten die Begleiterscheinungen der Feier für Kritik. Anwohner beschwerten sich über Asche, die auf ihrem Grundstück niedergegangen war, es gab Anzeigen wegen Ruhestörung und Sachbeschädigung. Zudem hatten die Besucher den Ort komplett zugeparkt, Rettungsfahrzeuge hätten im Ernstfall nicht mehr überall durchgepasst.

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Die 44. Auflage des traditionsreichen Festes am 28. Juni soll deswegen nun wesentlich kleiner ausfallen. „Die Sonnenwende soll wieder mehr ein Dorffest sein, kein großes Event mit Disco“, sagt Sven Wange vom Heimatverein. Die Veranstalter wollen verstärkt die Älteren ansprechen sowie Familien mit Kindern. In zahlreichen Gesprächsterminen haben sich Ordnungsamt, Heimatverein und Anwohner auf dieses neue Konzept verständigt.

Nachdem bisher immer schon ab Freitagabend gefeiert wurde, geht es nun erst am Sonnabendnachmittag mit Kaffee, Kuchen, Kulturprogramm und Kinderbespaßung los. Es folgen Torwandschießen und das traditionelle Fußballspiel Väter gegen Söhne. Von 20 Uhr bis Mitternacht spielt dann die Rockband Lot, um halb eins ist Ausschankschluss und um eins wird die Veranstaltung planmäßig beendet.

„Es soll ein Fest für das gesamte Dorf werden“, sagt Jens Kirpal vom Heimatverein. Der Verein wolle sich nicht mit den Anwohnern streiten. Wenn ein Teil der Altendorfer mit den Gästen feiert und andere, die näher dran wohnen, sich durch Lärm und parkende Autos gestört fühlen, sei das nicht der Sinn der Sache. Statt wie im vergangenen Jahr mit 1 000 planen die Veranstalter aktuell mit 300 bis 500 Besuchern. Um den Andrang kleiner zu halten, wurde auf die sonst bis nach Pirna und Stolpen hängenden Werbeplakate verzichtet. Das Festzelt ist statt vierzig nur noch zwanzig Meter lang, auch die Verkaufsstände rücken näher zusammen.

Die sichtbarste Änderung betrifft aber das Feuer selbst. Nachdem die Altendorfer in den vergangenen Jahren immer einen Holzstapel mit einem Durchmesser von bis zu 15 Metern aufgeschichtet hatten, dessen Flammen dann weithin sichtbar loderten, wird das Ganze nun auf die Größe einer Traktorfelge zurechtgestutzt. Klein und flach sollen die Flammen bleiben, sodass die Kinder dort auch Knüppelkuchen backen können. Dafür rückt die Feuerstelle näher ins Festgelände zwischen Feuerwehrgerätehaus und Sportplatz. Nur noch unbehandeltes Feuerholz wird dort abgebrannt. In der Vergangenheit waren bei der Holzsammlung im Dorf immer wieder auch lackierte Möbelstücke in den Stapel geraten, die dann entsprechen stanken.

Neu geregelt ist auch das Parken. Neben dem Parkplatz am Ortseingang aus Richtung Sebnitz gibt es eine neue Wiesenfläche an der Rathmannsdorfer Straße. Von dort sind es nur knapp 200 Meter bis zum Festgelände. Die frühere Parkfläche an der Straße Richtung Bad Schandau wird nicht mehr ausgewiesen. Sie war zu weit weg und wurde von den Gästen nicht angenommen. Die Besucher stellten stattdessen das ganze Dorf mit ihren Autos zu, weil sie so nah wie möglich ran wollten. Das soll sich in diesem Jahr nicht wiederholen. Mitglieder des Heimatvereins wollen den Verkehr entsprechend regeln.