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Emmaus weiß, was Kemnitz durchmacht

Was Sohland und Kemnitz gerade erleben, hat das Nieskyer Emmaus-Pflegeheim schon durch: Corona wütete hier besonders schlimm.

Mit Alltagsmaske im Gesicht besuchen Barbara Eschen vom Diakonischen Werk und Diakonie-Präsident Ulrich Lilie (von links) die Diakonissenanstalt Emmaus.
Mit Alltagsmaske im Gesicht besuchen Barbara Eschen vom Diakonischen Werk und Diakonie-Präsident Ulrich Lilie (von links) die Diakonissenanstalt Emmaus. © André Schulze

Sie hat es hoffentlich hinter sich, auch wenn das in diesen Zeiten nicht sicher ist, wie die aktuellen Beispiele von Kemnitz und Sohland: die Diakonissenanstalt Emmaus in Niesky. 50 infizierte Bewohner gab es hier vor einigen Wochen, 20 starben. Wie das Haus durch die schwere Phase der Corona-Pandemie im April gekommen ist, darüber informierten sich am Donnerstag Vertreter der Diakonie Deutschland und dem Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (DWBO). „Nur durch das herausragende Engagement der Pflegekräfte konnte Emmaus diese schwierige Zeit meistern. Mit unserem Besuch möchten wir uns bei den Mitarbeitern bedanken“, so Barbara Eschen, Direktorin vom DWBO.

Ihr und Diakonie-Präsident Ulrich Lilie war es wichtig zu erfahren, wie das Haus mit der Pandemie umgeht, aber auch welche Lehren daraus gezogen werden. Zusammen mit Mitarbeitern der Altenpflege, des Hospizes und dem Martin-Ulbrich-Haus (MUH) Rothenburg, das sein Personal zur Verfügung stellte, sind verschiedene Punkte angesprochen worden. Kritisiert wurde die verspätete Lieferung von Schutzmaterialien für das Personal. Emmaus holte sich die ersten Masken und Schutzanzüge selbst vom Diakonischen Werk in Berlin ab und auch nur, weil diese Materialien aus einer Spende zur Verfügung standen. Zudem halfen die Erzieherinnen im „Samenkorn“ und nähten selbst Alltagsmasken.

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Isoliert und in Quarantäne

Viola Knappe als Leiterin des Altenpflegeheimes erinnerte daran, dass von heute auf morgen nicht nur 94 Heimbewohner von der Außenwelt und ihren Angehörigen vier Wochen lang isoliert waren, sondern auch 30 Mitarbeiter in Quarantäne mussten. „Ohne die Hilfe aus Rothenburg hätten wir nicht gewusst, wie es weitergeht.“ Für diese, aber auch alle andere Hilfe bedankte sich die Leiterin.Barbara Eschen sagte, dass durch die Corona-Krise der Pflegeberuf eine Aufwertung erfahren hat. Aber diese Anerkennung müsse sich jetzt auch finanziell zeigen. Mit einer Prämie allein, die nicht mal alle im Gesundheitsdienst Beschäftigten bekommen, sei es nicht getan. 

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Ulrich Lilie versicherte, dass die Diakonie Deutschland dranbleiben und die Politik fordern werde. „Der Personalschlüssel muss auch erhöht werden, um solche besonderen Anforderungen meistern zu können“, mahnte Schwester Wera. Das dürfe aber nicht zu Lasten derer gehen, die einen Heimplatz bezahlen. Ulrich Lillie fragte, wie die Mitarbeiter mit dieser außergewöhnlichen Belastung heute umgehen. Pfleger Sebastian Kollewe sagte, dass dieser Druck erst jetzt spürbar wird. In der Krise hatte man zu funktionieren. Denn der eingeschränkte Besucherverkehr, die Schutzausrüstung und die Isolation der Bewohner zehrten die Mitarbeiter physisch wie psychisch.

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