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Weißwasser

Quarantäne im Corona-Altenpflegeheim

Im Martin-von-Tours-Haus in Klein Priebus gibt es zwei bestätigte Corona-Fälle. Die Betreuung ist jedoch gesichert.

Seit im Altenpflegeheim in Klein Priebus zwei Corona-Fälle bestätigt sind, steht die gesamte Einrichtung unter Quarantäne und es herrschen besondere Vorschriften.
Seit im Altenpflegeheim in Klein Priebus zwei Corona-Fälle bestätigt sind, steht die gesamte Einrichtung unter Quarantäne und es herrschen besondere Vorschriften. © Joachim Rehle

 Sobald der Wind nicht so stark bläst, die Sonne scheint und die Temperaturen im Plusbereich sind, nutzen die Mitarbeiter des Altenpflegeheimes in Klein Priebus die Gelegenheit, um mit Bewohnern mal kurz in den Garten oder auf die Terrasse zu gehen. Das, was sonst Normalität ist, ist aktuell eine Ausnahme und willkommene Abwechslung im Heimalltag. Denn seit es im Martin-von-Tours-Haus in Klein Priebus zwei bestätigte Fälle von Covid-19 gibt, gelten hier erhöhte Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Bewohner und des Pflegepersonals.

Die Pflegkräfte tragen im Dienst spezielle FFP2-Masken. Sie schützen gegen gesundheitsschädliche Partikel auf Wasser- und Ölbasis, also gegen sogenannte Tröpfcheninfektion. Das Haus darf nur noch mit Mundschutz betreten werden, obgleich die Einrichtung für Besucher geschlossen ist. Weil es aber Ausnahmen gibt, geregelt durch die geltende Allgemeinverfügung des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, dürfen beispielsweise Ärzte in die Einrichtung. Ebenso Angehörige, nach telefonischer Absprache mit der Heimleitung, wenn es um Sterbebegleitung geht. In dem Fall sowie zur Einzelseelsorge darf auch der Pfarrer ins Heim. Für alle Ausnahmen gilt aber die Einhaltung der verschärften Hygienevorschriften und Sicherheitsmaßnahmen. Ansonsten laufen Betreuung und Alltag für die Bewohner wie immer. Es wird gemeinsam gegessen; es wird im lichtdurchfluteten und wie ein Wohnzimmer eingerichteten Atrium der Tag gemeinsam mit Unterhaltungs-, Kreativ- und Bewegungsangeboten verbracht. Wer will, kann im Zimmer bleiben, bekommt auf Wunsch sogar die Mahlzeiten dorthin gebracht. „Die Menschen, die hier gepflegt und betreut werden, sind ja trotz Corona weiter da“, begründet Doreen Lorenz, Sprecherin des Pflegeheim-Trägers Diakonie St. Martin Rothenburg, die Beibehaltung alltäglicher Rituale. „Unsere Mitarbeitenden sind täglich für über 3.000 Menschen da. Das ist in diesen Zeiten nicht einfach. Jeder Tag ist im Moment ein neuer Kampf. Aber wir schaffen das, stehen zu unserem Versprechen Mit.einander!und danke an unsere Mitarbeiter, die Alltags-Helden sind“, so Lorenz.

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Im Klein Priebuser Heim geht es durch die Corona-Fälle indes noch eingeschränkter zu als anderswo: Spaziergänge und Schwätzchen mit den Einwohnern des Ortes, die besonders engen Kontakt zu den 22 Bewohnern und dem Personal haben, sind vorerst unmöglich. Wie der Virus in das Heim kam, kann Doreen Lorenz nicht sagen. In Abstimmung mit dem Kreisgesundheitsamt seien vorgestern aber weitere Tests der Kontaktpersonen erfolgt.

„Um Pflege und Betreuung sicherzustellen, arbeitet das Heim nun per Sonderregelung auf Anordnung des Gesundheitsamtes“, so Lorenz. Mitarbeiter, solange sie symptomfrei sind, dürften sich danach im Heim und in häuslicher Umgebung aufhalten. Zu Hause sollen sie sich aber von anderen Familienmitgliedern separieren, sprich: möglichst getrennt schlafen, essen, duschen. Ein schwieriges Unterfangen ...

Indes gilt seit Montag in allen acht Altenpflegeheimen der Diakonie St. Martin die Mundschutz-Pflicht. Da die Versorgung mit „Masken“ im nicht-klinischen Pflegebereich nicht reicht, näht die Diakonie St. Martin nun an unterschiedlichen Standorten der Stiftung den Mundschutz selbst – nach extra angefertigten Schablonen.

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